Bundeswehr

Bundeswehr: Übernahme des Flughafens Rostock-Laage geplant

Die Bundeswehr prüft die Übernahme des zivilen Teils des Flughafens Rostock. Stadt und Land lehnen ab.  Wirtschaftlichen Verluste für die Region befürchtet,

Die Bundeswehr prüft, den bisher auch zivil genutzten Flughafen Rostock vollständig zu übernehmen.
Die Bundeswehr prüft, den bisher auch zivil genutzten Flughafen Rostock vollständig zu übernehmen.Monika Skolimowska / dpa

Die Bundeswehr prüft die Übernahme des bislang zivil genutzten Teils des Flughafens Rostock-Laage. Ziel sei es, zusätzliche Flächen und Anlagen für militärische Zwecke zu prüfen. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns als auch die Bürgermeisterin von Rostock sprechen sich gegen diesen Schritt aus.

In Rostock-Laage ist das Taktische Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ stationiert. Hauptaufgabe ist die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe. Laut einem Bericht von ntv plane die Bundeswehr einen weiteren Ausbau des Standorts. Es seien Investitionen von rund einer Milliarde Euro in den kommenden Jahren, unter anderem für Infrastruktur, Gebäude und Versorgungssysteme, vorgesehen.

Der zivile Teil des Flughafens würde dann wohl eingestellt. Die Betreibergesellschaft rechnete bisher mit steigenden Passagierzahlen: Für 2026 ist eine deutliche Ausweitung des Flugangebots geplant. Vor der Corona-Pandemie nutzten fast 150.000 Passagiere jährlich den Airport, zuletzt waren es nur noch gut 35.000. Der Flughafen wird vor allem von Privat- und Geschäftsreisenden genutzt.

Stadt und Land lehnen Übernahme durch Bundeswehr ab

Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Die Linke) sowie die SPD-geführte Landesregierung lehnen eine vollständige Übernahme ab. Ein Ende des zivilen Flugbetriebs wäre aus ihrer Sicht ein Verlust für die wirtschaftliche Entwicklung und die Anbindung der Region.

Die Betreibergesellschaft des Flughafens erklärte zudem, über konkrete Übernahmepläne bislang nicht informiert worden zu sein. Das Schreiben des Verteidigungsministeriums vom Dezember letzten Jahres sei nur an die Landespolitik gegangen.

Marinekommando und NATO-Debatte

Bei dem Vorgang könnte auch der Ausbau des Marinekommandos in Rostock eine Rolle spielen. Dieses bezeichnet sich selbst als „höchste Instanz der deutschen Marine“. Umstritten ist dabei, ob es sich um eine rein nationale Einrichtung oder faktisch um eine NATO-Struktur handelt. Diese wäre nach dem 2+4-Vertrag in allen ostdeutschen Bundesländern verboten. Bundesregierung und Bundeswehr betonen den nationalen Charakter, während Kritiker eine stärkere Einbindung in NATO-Planungen sehen. (mit dpa)