BSW-Politikerin

Zum 9. Mai: Dagdelen empfängt Russlands Botschafter Netschajew zu Gespräch in Berlin

Die BSW-Politikerin will mit dem Vertreter Moskaus über die deutsch-russischen Beziehungen sprechen. Geplant ist eine öffentliche Veranstaltung am kommenden Sonntag.

Sevim Dagdelen (BSW) bei einem Empfang in der russischen Botschaft im Mai 2025
Sevim Dagdelen (BSW) bei einem Empfang in der russischen Botschaft im Mai 2025Bernd von Jutrczenka/dpa

Die BSW-Politikerin Sevim Dagdelen hat ein öffentliches Gespräch mit dem russischen Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, angekündigt. Die Veranstaltung mit dem Titel „Matinee Frieden durch Dialog“ soll am kommenden Sonntag in Berlin stattfinden – einen Tag nach den russischen Gedenkfeiern zum Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland.

Im Mittelpunkt der Begegnung stünden die Gedenkpolitik sowie die Zukunft der deutsch-russischen Beziehungen, teilte Dagdelen mit. „Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie eine ehrliche Auseinandersetzung mit der historischen Erinnerung zum Aufbau von Vertrauen und dauerhaftem Frieden zwischen Deutschland und Russland beitragen kann“, erklärte die Abgeordnete.

Angespanntes Verhältnis zu Moskau

Die offiziellen Beziehungen zwischen Berlin und Moskau gelten spätestens seit dem Beginn der russischen Invasion in die Ukraine als stark belastet. Russland werden unter anderem hybride Angriffe auf deutsche Kommunikationssysteme sowie die Vorbereitung eines möglichen militärischen Konflikts vorgeworfen.

Direkte Begegnungen zwischen deutschen Bundestagsabgeordneten und dem russischen Botschafter sind selten geworden, seit zahlreiche Parteien den Kontakt zu Vertretern der russischen Regierung weitgehend eingestellt haben.

BSW kritisiert Sanktionspolitik

Das Bündnis Sahra Wagenknecht stellt sich seit längerem gegen den außenpolitischen Kurs der Bundesregierung gegenüber Russland. Die Partei kritisiert die europäische Sanktionspolitik und die Aufrüstung der Bundeswehr. Zudem fordert sie eine Rückkehr zu Energieimporten aus Russland.

Dagdelen gehört innerhalb der Partei zu den profiliertesten außenpolitischen Stimmen und tritt wiederholt für eine diplomatische Annäherung an Moskau ein. Mit der geplanten Matinee setzt sie diesen Kurs fort und macht ihn öffentlich sichtbar. Wie der Botschafter selbst seine Teilnahme inhaltlich gestalten will, wurde zunächst nicht bekannt. (mit dpa)