Sparkurs

Brandenburg will Millionen sparen: Finanzminister Keller plant Immobilienkauf in Potsdam

Teure Mietbüros belasten den Landeshaushalt. Jetzt sucht die Regierung nach eigenen Gebäuden am Hauptbahnhof.

Daniel Keller (SPD) muss sparen.
Daniel Keller (SPD) muss sparen.Britta Pedersen/dpa

Brandenburgs Finanzminister Daniel Keller (SPD) hat angekündigt, mit dem Erwerb von Immobilien in Potsdam Millionenbeträge im Landeshaushalt einsparen zu wollen. Damit will er die Ausgaben für teure Mietimmobilien deutlich verringern.

„Gerade hier in Potsdam haben wir noch zahlreiche Landesbedienstete, die in angemieteten Büros arbeiten“, sagte Keller dem Nordkurier laut Vorabbericht. Geprüft würden derzeit Gebäude im Umfeld des Potsdamer Hauptbahnhofs.

Keller verwies auf das hohe Mietniveau in der Landeshauptstadt. „Wir wollen hier zu deutlichen Einsparungen kommen. Und damit meine ich hohe Millionenbeträge“, sagte er der Zeitung. Der Vorteil dieser Einsparungen liege darin, dass sie dauerhaft wirkten.

Knappe Kassen erzwingen Sparmaßnahmen

Hintergrund der Pläne ist die angespannte Haushaltslage des Landes. Die Rücklage Brandenburgs ist nach Angaben des Finanzministeriums aufgebraucht, neue Schulden soll es nicht mehr im bisherigen Umfang geben. Die SPD/CDU-Landesregierung will in den kommenden Jahren fünf Prozent der Stellen in der Verwaltung abbauen. Zwischen 2027 und 2029 sollen 700 Stellen wegfallen. Ausgenommen vom Stellenabbau sind Polizei, Justiz, Schulen und Finanzverwaltung. Hinzu kommen geringere Ausgabenzuwächse sowie zusätzliche Einsparungen in den einzelnen Ressorts.

Keller wirbt für Schutz weiterer Bereiche

Der frühere SPD-Landtagsfraktionschef sprach sich dafür aus, neben den bereits ausgenommenen Bereichen weitere Aufgaben von Kürzungen zu verschonen. „Unser Ziel muss sein, dass zum Beispiel in der Demokratiebildung oder in der Gesundheit die notwendigen Ansätze beibehalten werden“, sagte Keller dem Nordkurier.

Auf die Frage nach einer möglichen Nachfolge von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wich Keller aus. Diese Frage stelle sich für ihn nicht, sagte er. Woidke genieße ein großes Vertrauen der Brandenburgerinnen und Brandenburger und werde dem Land in den kommenden Jahren weiter als Regierungschef zur Verfügung stehen. (mit dpa)