Migrationspolitik

Brandenburg setzt Abschiebungen in den Iran aus: Das sagt Berlin

Angesichts neuer Protestwellen und zahlreicher Todesopfer im Iran werden derzeit keine Menschen mehr abgeschoben. Doch es gibt Ausnahmen.

Brandenburg will in den kommenden Monaten keine Menschen in den Iran abschieben.
Brandenburg will in den kommenden Monaten keine Menschen in den Iran abschieben.Julian Stratenschulte/dpa

Brandenburg hat angekündigt, vorerst keine Abschiebungen mehr in den Iran durchzuführen. Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete, würden Abschiebungen deshalb für drei Monate ausgesetzt – außer für Gefährder und Menschen, die wegen schwerer Straftaten verurteilt wurden. Dies teilte Innenminister René Wilke mit.

In dem Bundesland leben nach Angaben des Ministeriums aktuell 219 ausreisepflichtige iranische Staatsbürger. Seit 2020 habe es jedoch keine Abschiebung aus Brandenburg in den Iran mehr gegeben.

Im letzten Jahr wurden mindestens 17 Menschen in den Iran abgeschoben

Bundesweit finden Abschiebungen in den Iran nur selten statt. Berlin hingegen will weiter in den Iran abschieben. Dafür sei aber ein Zustimmungsvorbehalt der Hausleitung der Innenverwaltung erforderlich, teilte diese mit. Die aktuelle Situation in dem Land werde „einzelfallbezogen gewürdigt“, eines Abschiebungsstopps bedarf es „für Berlin daher derzeit nicht“.

Wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dem Evangelischen Pressedienst sagte, wurden im vergangenen Jahr mindestens 17 Menschen in den Iran abgeschoben.

Derzeit gibt es wieder massive Proteste im Iran, die vom Regime blutig niedergeschlagen werden. Ein Regierungsvertreter sprach von mindestens 5000 Getöteten, auch der iranische Führer Ali Chamenei hatte zuvor mehrere Tausend Tote eingeräumt. Menschenrechtsaktivisten gehen von noch höheren Opferzahlen und Tausenden Festnahmen aus. Demonstranten forderten das Ende der Islamischen Republik.

Über Abschiebungen wird in Deutschland immer wieder heftig debattiert. Zuletzt schob Deutschland einen afghanischen und einen syrischen Straftäter in die jeweiligen Heimatländer ab. Zuvor waren Abschiebungen in die Länder lange ausgesetzt worden.