Auf Deutschlands Wasserstraßen wurden im vergangenen Jahr so wenige Güter befördert wie zu keinem Zeitpunkt seit der Wiedervereinigung 1990. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.
Demnach transportierten Binnenschiffe insgesamt gut 171 Millionen Tonnen Güter über die deutschen Flüsse und Kanäle. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 1,3 Prozent.
Als Hauptursache für den Negativtrend identifizieren die Statistiker den deutlich gesunkenen Export auf dem Wasserweg: Die Menge an Gütern, die per Schiff in andere Länder verschifft wurde, ging um 4,8 Prozent zurück. Damit fällt der Rückgang im Exportbereich erheblich stärker aus als im Gesamtdurchschnitt.
Import leicht angestiegen
Gegenläufig entwickelte sich hingegen der Import: Die per Binnenschiff nach Deutschland eingeführte Warenmenge stieg laut Statistischem Bundesamt leicht um 0,6 Prozent. Der innerdeutsche Güterverkehr auf den Wasserstraßen blieb nach Angaben der Behörde stabil.
Der neue Tiefstand reiht sich in einen langfristigen Abwärtstrend ein, der die Binnenschifffahrt als Transportweg zunehmend unter Druck setzt. Die Branche kämpft seit Jahren mit sinkenden Frachtmengen – eine Entwicklung, die Fragen nach der Zukunftsfähigkeit des Gütertransports auf dem Wasser aufwirft.


