Die Berliner Verwaltung will künftig auf das europäische Bezahlsystem Wero setzen, um sich von US-Konzernen unabhängiger zu machen. Der Digitalausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hat einem entsprechenden Antrag mit breiter Mehrheit zugestimmt. Lediglich die AfD enthielt sich bei der Abstimmung.
Die Initiative geht auf die Grünen zurück. Bürgern soll so ermöglicht werden, Verwaltungsdienstleistungen in Berlin digital über Wero zu bezahlen. Gleichzeitig soll die Einführung dem noch jungen Bezahldienst helfen, eine größere Verbreitung zu erreichen.
Berlin will mit neuem Bezahlsystem mehr Unabhängigkeit
Wero wurde von mehreren europäischen Banken ins Leben gerufen, darunter die Deutsche Bank und die Sparkassen. Das System ist als europäische Alternative zum US-amerikanischen Bezahldienstleister Paypal konzipiert. Bevor Wero in der Berliner Verwaltung tatsächlich zum Einsatz kommen kann, muss allerdings noch das Abgeordnetenhaus zustimmen.
Der Berliner Senat will die Abhängigkeit der Verwaltung von großen proprietären Softwareanbietern wie Microsoft deutlich verringern und setzt dafür systematisch auf Open-Source-Software.
Die Staatssekretärin für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung, Martina Klement (CSU), hat kürzlich eine entsprechende Strategie veröffentlicht. Damit will das Land seine digitale Unabhängigkeit stärken, steigende Lizenzkosten eindämmen und zugleich Innovationskraft sowie regionale Wertschöpfung fördern.


