Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach ist am Dienstagnachmittag während eines Wahlkampfeinsatzes in Berlin-Steglitz von einem unbekannten Mann bedroht worden. Wie ein Sprecher aus Krachs Wahlkampfteam gegenüber T-Online bestätigte, verteilte der Politiker vor einem Einkaufszentrum auf der Schloßstraße Flyer an einem Infostand und sprach mit Passanten, als der Mann ihn zunächst anpöbelte und dann auf ihn zuging.
„Willst du eine Waffe am Kopf haben?“, soll der Mann laut dem Sprecher gesagt haben, während er in seine Jackentasche griff.
Krach wurde nicht das erste Mal bedroht
Ein Mitarbeiter aus dem SPD-Wahlkampfteam reagierte sofort: Er stellte sich zwischen Krach und den Angreifer, hielt ihn zurück und brachte ihn zu Boden. Eine Polizeistreife, die sich zufällig in der Nähe befand, konnte daraufhin schnell eingreifen und übernahm den Mann. Nach ersten Erkenntnissen wurde niemand verletzt.
Krach erstattete noch vor Ort Anzeige wegen Beleidigung und setzte seinen Wahlkampf anschließend fort. Aus seinem Team hieß es, es habe sich um einen Einzelfall gehandelt – die allermeisten Menschen begegneten dem Kandidaten friedlich.
Die Berliner Polizei teilte am Mittwoch mit, dass die Polizei wegen des Verdachts der Körperverletzung und der Bedrohung gegen einen 61-jährigen Mann ermittelt. Der Polizeiliche Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen. Der 61-Jährige sei nach erfolgter Identitätsfeststellung wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden.
Für Krach war es nicht die erste Bedrohung dieser Art. Bereits vor rund zwei Jahren waren in Hannover, wo er bis zuletzt als Regionspräsident tätig war, Todesdrohungen gegen ihn aufgetaucht.

