Ein Berliner Palliativarzt hat sich wegen mutmaßlicher Tötungen von Patienten vor Gericht verantworten müssen; abgehörte Telefonate deuten auf ein mögliches Motiv und geplantes Vorgehen hin. Im Prozess werden Gespräche mit seiner Ehefrau ausgewertet, während parallel weitere Ermittlungen laufen.
Der 41-jährige Deutsche sitzt seit seiner Festnahme Anfang August 2024 in Untersuchungshaft. Laut einem Kriminalbeamten wurden rund 25 Telefonate mit seiner Frau abgehört und ausgewertet. Darin habe der Angeklagte sein Handeln als „moralisch mit den falschen Mitteln“ beschrieben und betont, nicht wahllos, sondern überlegt vorgegangen zu sein.
In den Gesprächen habe er zudem erklärt, die Gesellschaft sei für sein Vorgehen noch nicht bereit, und von Vorgesprächen mit Patienten berichtet. Medikamente seien teils therapeutisch, teils gezielt zum Töten eingesetzt worden. In einem Fall habe er einem Mann eine Spritze gegeben, „damit es schnell gehe“, und dies als Sterbehilfe bezeichnet.
In Telefonaten von Tötung gesprochen
Außerdem soll der Arzt gesagt haben, er habe schon lange getötet; es habe ihm keine Freude bereitet, ihn aber auch nicht belastet. Er würde wieder so handeln und ärgere sich eher über kriminalistische Fehler. Der Austausch mit seiner Ehefrau sei zunehmend strategisch geworden, etwa bei Überlegungen zu nachträglichen Aufklärungsbögen oder gefälschten Unterschriften.


