Nur 15 Sechstklässler können dieses Jahr ohne Empfehlung an das Gymnasium wechseln. Damit haben nur 1,22 Prozent von 1223 Kindern in diesem Jahr den Berliner Probeunterricht bestanden. Die ohnehin niedrige Bestehensquote im Vergleich zum Vorjahr sank nochmals: 2025 schafften immerhin 51 von 1937 Kindern, also 2,6 Prozent, den Aufnahmetest zum Gymnasium, wie die Bildungsverwaltung von Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) mitteilte.
Der Probeunterricht ersetzt seit dem Schuljahr 2025/26 das frühere Probejahr. Bei diesem besuchten Kinder zunächst ein Gymnasium und konnten bei unzureichenden Leistungen nach der siebten Klasse wieder abgeschult werden. Im Rahmen des Unterrichts müssen die Schüler Aufgaben in Deutsch und Mathematik in jeweils 45 Minuten bearbeiten. Er richtet sich an Kinder, deren Noten in Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache nicht für eine
Die Bildungsverwaltung bewertete die Ergebnisse als Erfolg: „Die Ergebnisse bestätigen erneut, dass der festgelegte Grenzwert für die Gymnasialempfehlung sorgfältig gewählt wurde“, hieß es in einer Pressemitteilung. Zugleich unterstrichen sie „die hohe fachliche Qualität der Förderprognosen der Berliner Grundschullehrkräfte“. Rund 53 Prozent der etwa 29.000 Berliner Sechstklässler erhielten bereits über ihre Grundschulnoten eine Gymnasialempfehlung.
Sollen die Kinder den Test überhaupt bestehen?
Innerhalb der schwarz-roten Koalition stößt die niedrige Bestehensquote beim Probeunterricht allerdings auf Widerspruch. Marcel Hopp, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, kritisierte, dass die Aufgaben anders als etwa in Brandenburg nicht vorab mit einer Vergleichsgruppe getestet worden seien. Die fehlende Transparenz „verstärkt bei vielen Eltern den Verdacht, dass der Probeunterricht ein Test sein könnte, den viele Kinder gar nicht bestehen sollen.“
Anmeldezahlen brechen ein
Die miserable Bestehensquote des Vorjahres hat offenbar viele Familien abgeschreckt: Die Anmeldungen gingen um knapp 800 zurück. Laut Bildungsverwaltung wiesen zudem rund die Hälfte der diesjährigen Teilnehmer einen Notenschnitt von 2,7 bis über 3,0 auf und lagen damit weit unter dem für eine Gymnasialempfehlung nötigen Schnitt von 2,3.


