Miete

Berliner Mieten steigen kaum noch – Baugenehmigungen legen deutlich zu

Einer neuen Studie zufolge verzeichnet die Hauptstadt den niedrigsten Mietanstieg seit Beginn der Datenerfassung 2012. Ist das ein Hoffnungsschimmer für den Berliner Wohnungsmarkt?

Die Angebotsmieten in Berlin stagnieren erstmals seit Jahren.
Die Angebotsmieten in Berlin stagnieren erstmals seit Jahren.Annette Riedl

Nach Jahren mit teils kräftigen Mietsteigerungen hat sich der Berliner Wohnungsmarkt zumindest bei den Angebotsmieten spürbar beruhigt. Die mittlere Angebotsmiete lag 2025 bei 15,78 Euro pro Quadratmeter – gerade einmal vier Cent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem aktuellen Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB) hervor. Abgesehen vom Rückgang während des Berliner Mietendeckels im Jahr 2020 handelt es sich laut IBB um den geringsten Anstieg seit Beginn der Erfassung im Jahr 2012.

Die IBB weist allerdings darauf hin, dass Angebotsmieten nur einen Teilbereich des Berliner Mietmarktes abbilden. Wer bereits eine Wohnung hat, zahlt in der Regel deutlich weniger: Die mittlere ortsübliche Vergleichsmiete – also der Durchschnittswert, der sich aus bestehenden Mietverhältnissen ergibt – liegt bei 7,21 Euro pro Quadratmeter. Bestandsmieten sind zudem durch die sogenannte Kappungsgrenze geschützt, die vorschreibt, dass eine Miete innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 Prozent angehoben werden darf, wobei die jeweilige ortsübliche Vergleichsmiete als Obergrenze gilt.

Baugenehmigungen steigen erstmals wieder – Neubauziel bleibt verfehlt

Auch aus der Baubranche kommen positive Signale. Nachdem die Zahl der Baugenehmigungen acht Jahre in Folge gesunken war und 2024 sogar unter die Marke von 10.000 gefallen war, wurden 2025 insgesamt 14.079 Wohnungen genehmigt. Fertiggestellt wurden im vergangenen Jahr 15.362 Wohnungen, was in etwa dem Niveau von 2024 entspricht.

Dennoch reicht das bei weitem nicht aus, um den angespannten Berliner Wohnungsmarkt zu entlasten. Um das zu erreichen, wären nach Einschätzung von Fachleuten mindestens 20.000 neue Wohnungen pro Jahr nötig. Dieses vom Senat formulierte Neubauziel wird seit Jahren nicht erreicht.

Bausenator Christian Gaebler (SPD) äußerte sich trotzdem zuversichtlich: „Die gestiegenen Baugenehmigungszahlen im Jahr 2025 geben Anlass, optimistisch in die Zukunft zu schauen." Berlin sei in einer gemeinsamen Kraftanstrengung vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Gleichzeitig räumte Gaebler ein, dass sich die Stadt den gesamtwirtschaftlichen und globalen Rahmenbedingungen nicht entziehen könne.