In einem langen Bericht im Spiegel wird dargestellt, dass Kiew darüber nachdenkt, mit Russland zu verhandeln. Die Menschen seien kriegsmüde, so das Nachrichtenmagazin. Die Befürchtung sei, dass weder Demokraten noch Republikaner in den USA die Finanzierung des ukrainischen Militärs noch lange mitmachen werden. „Egal ob Trump oder Harris, die Amerikaner werden sich langsam, aber sicher zurückziehen“, hat dem Spiegel ein ein hoher ukrainischer Beamter in Kiew gesagt. Weiter heißt es: „Zum ersten Mal seit dem russischen Einmarsch im Februar 2022 wird in der ukrainischen Hauptstadt ernsthaft über Szenarien diskutiert, in denen das Land auf die vollständige Rückeroberung seiner besetzten Gebiete, knapp 20 Prozent des ukrainischen Territoriums, vorerst verzichtet.“
Der Beamte sagt laut Spiegel, dass die Ukraine falsche Vorstellung vom Sieg gehabt hätte („Wir haben geglaubt, dass der Sieg die bedingungslose Kapitulation von Putins Russland sein muss“.) Ein kommender Deal müsste aber auch für Russland Vorteile haben. Ähnliches berichtet die Financial Times.
Der Text stellt zudem dar, dass die ukrainische Zivilgesellschaft unter dem Kriegszustand extrem leidet. Viele Ukrainer mussten fliehen, Tote sind zu beklagen. Aber nicht nur das: „Die Scheidungsrate ist hoch und die Geburtenrate niedrig. Von einer demografischen Krise zu sprechen, wäre eine Untertreibung. Das Land blutet aus.“
