Iran-Krieg

Bericht: Russland soll Iran Drohnen liefern

Westliche Geheimdienstberichte gehen offenbar davon aus, dass Russland Drohnen an den Iran liefert. Kremlsprecher Peskow spricht von „Falschmeldungen“.

Eine russische Geran-2 Drohne wird im Jahr 2025 auf einem Platz in Kiew gezeigt
Eine russische Geran-2 Drohne wird im Jahr 2025 auf einem Platz in Kiew gezeigtAndreas Stroh/imago

Russland soll dem Iran Drohnen liefern, wie die Financial Times unter Berufung auf westliche Geheimdienstberichte berichtet. Demnach steht Moskau offenbar kurz vor dem Abschluss einer gestaffelten Lieferung von Drohnen, Medikamenten und Lebensmitteln an den Iran. Die Drohnenlieferung wäre dem Bericht zufolge der erste Hinweis seit Beginn des Iran-Kriegs, dass Russland bereit sei, Teheran tödliche Waffen zu liefern.

Zwei mit den Geheimdienstberichten vertraute Personen erklärten gegenüber der Financial Times, dass hochrangige iranische und russische Vertreter wenige Tage nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar mit Gesprächen über Drohnenlieferungen begonnen hätten. Die Abwicklung der Lieferungen soll Anfang März begonnen haben und bis Ende des Monats abgeschlossen sein, hieß es.

Peskow: „Es kursieren viele Falschmeldungen“

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte laut der Financial Times auf eine Frage nach möglichen Drohnenlieferungen: „Es kursieren gerade viele Falschmeldungen. Eines stimmt – wir führen unseren Dialog mit der iranischen Führung fort.“ Russland hatte in der Vergangenheit auch gegenüber den USA bestritten, Geheimdienstinformationen über US-Militärstandorte mit dem Iran zu teilen.

Welche Drohnenklasse Moskau möglicherweise an den Iran liefern könnte, sei noch nicht geklärt, sagte ein Sicherheitsbeamter dem Bericht zufolge. Infrage kämen etwa Drohnen, die Russland auf Basis iranischer Technologie weiterentwickelt habe, wie etwa die Geran-2, die auf der iranischen Shahed-136 basiert.

Antonio Giustozzi, leitender Forscher an der britischen Denkfabrik Royal United Services Institute, erklärte gegenüber der Financial Times mit Blick auf den Iran: „Sie sind hinter den fortgeschritteneren Fähigkeiten her.“ Giustozzi sagte, er habe ebenfalls von Quellen innerhalb der iranischen Revolutionsgarden erfahren, dass die Gespräche über Drohnenlieferungen unmittelbar nach den Angriffen auf den Iran aufgenommen worden seien.

Der Iran habe Russland darüber hinaus um das fortschrittliche Flugabwehrsystem S-400 gebeten, was Moskau bisher jedoch aus Sorge vor einer Eskalation mit den USA abgelehnt habe, erklärten mehrere westliche Quellen laut der Financial Times.

Selenskyj: Russland „erpresst“ USA

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte gegenüber Reuters, Russland habe den USA angeboten, keine Geheimdienstinformationen mit dem Iran teilen, wenn Washington im Gegenzug die Weitergabe von Aufklärungsdaten an die Ukraine beende. Das würden ukrainische Geheimdienstberichte zeigen.

„Ist das nicht Erpressung? Absolut“, sagte Selenskyj. Bereits am Montag hatte er erklärt, der ukrainische Militärgeheimdienst verfüge über „unwiderlegbare Beweise“ für die fortgesetzte russische Informationsweitergabe an Teheran. Einige iranische Drohnen, die gegen US-Militäreinrichtungen eingesetzt worden seien, enthielten laut Selenskyj zudem russische Bauteile.