Einer Analyse des Nachrichtensenders CNN zufolge hat China die eigenen Raketenproduktions-Kapazitäten in den vergangenen Jahren erheblich erhöht. Bei mehr als 60 Prozent der 136 Anlagen, die der US-Sender mit der Raketenproduktion im Allgemeinen als auch mit der Raketentruppe der chinesischen Volksbefreiungsarmee in Verbindung bringt, gab es demnach Anzeichen einer Erweiterung. Gestützt ist die Auswertung auf öffentlich zugängliche Daten wie Satellitenbilder, wie n-tv berichtet.
CNN kommt zu dem Fazit, dass Chinas Fähigkeiten der Abschreckung und regionaler Dominanz im Pazifikraum deutlich gestiegen seien. „China positioniert sich hier als globale Supermacht. Wir befinden uns in der Anfangsphase eines neuen Wettrüstens“, sagt William Alberque vom Außenpolitik-Forschungsinstitut „Pacific Forum “, einen früheren Nato-Direktor für Rüstungskontrolle, gegenüber CNN.
Keine Stellungnahmen von Seiten Chinas
Dem Bericht zufolge wurden Forschungs-, Test- und Produktionsstätten ausgewertet. Gemessen an der Gebäudefläche habe es zwischen Anfang 2020 und Ende 2025 eine Ausweitung um zwei Millionen Quadratmeter gegeben. Eine Testanlage nahe Peking soll sogar auf das Dreifache ihrer vorigen Größe angewachsen sein. Die Ausmaße einer Forschungs- und einer Produktionsstätte nahe der Millionenstadt Xi'an haben sich demnach jeweils mehr als verdoppelt. Auch seien in der Region sechs Anlagen ganz neu errichtet worden.
In ihrer Analyse kommen die CNN-Reporter bei 99 der 136 untersuchten Anlagen zu dem Schluss, dass diese mit der direkten Produktion, also nicht nur Forschung und Testung, von Raketen in Verbindung stehen. Eine von ihnen in der Nähe von Peking, soll in den vergangenen mehr als fünf Jahren um rund 50 Prozent gewachsen sein. Diese sei an der Produktion der Mittelstreckenrakete Dongfeng 26 beteiligt. Mit dieser sollen sich Flugzeugträger präzise treffen lassen. Bekannt ist sie auch als „Guam Express“ oder „Guam Killer“ – in Anspielung auf die westpazifische Insel Guam mit ihren US-Stützpunkten.
Das chinesische Verteidigungsministerium und zwei staatliche Konzerne, die für Weltraum und Rüstung zuständig sind, lehnten Stellungnahmen gegenüber CNN ab. Auch das Pentagon lehnte es ab, sich zu „geheimdienstrelevanten Angelegenheiten“ zu äußern.


