Cyberkriminalität

Bericht: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner soll Opfer von Phishing-Angriff sein

Das Konto der CDU-Politikerin beim Messenger-Dienst Signal sei laut Bericht gehackt worden. Die Phishing-Kampagne soll noch mehr Politiker betreffen und von Russland ausgehen.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) im Bundestag
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) im BundestagKay Nietfeld/dpa

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) ist nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel Opfer einer Phishing-Angriffswelle gegen Nutzer des Messenger-Dienstes Signal geworden. Das Konto der CDU-Politikerin sei von den Angreifern erfolgreich kompromittiert worden, berichtete das Magazin unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Die Kampagne laufe seit Monaten und gehe laut internationalen Nachrichtendiensten von Russland aus.

Ein Sprecher der Bundestagsverwaltung wollte die Angaben auf Anfrage verschiedener Medien weder bestätigen noch dementieren.

Unter Phishing werden Online-Betrugsmaschen verstanden, die darauf abzielen sensible Daten und Passwörter zu stehlen. Signal ist ein Messenger-Dienst, der mehr Sicherheit und strengeren Datenschutz als andere bekannte Messenger bietet.

Bundeskanzler Merz wohl nicht betroffen

Klöckner bekleidet als Bundestagspräsidentin das zweithöchste Staatsamt nach dem Bundespräsidenten und gehört zugleich dem CDU-Präsidium an. Die Mitglieder dieses Gremiums kommunizieren laut Spiegel ebenfalls über einen Gruppenchat auf Signal. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz sei Teil dieses Chats.

Mitarbeiter des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) hätten den Kanzler in der Sache bereits persönlich aufgesucht und über den Vorgang unterrichtet, berichtete das Magazin weiter. Eine Untersuchung von Merz' Smartphone habe anders als bei Klöckner keine Auffälligkeiten ergeben.

Verfassungsschutz hatte Politiker gewarnt

Das BfV hatte die Fraktionsspitzen im Bundestag und die Partei-Geschäftsstellen am Dienstag erneut eindringlich vor der Kampagne gewarnt. Es sei „davon auszugehen, dass so zahlreiche Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum derzeit von den Angreifern nahezu unbemerkt ausgelesen werden“, heißt es in einem schriftlichen Warnhinweis, aus dem der Spiegel zitierte.

Im Fokus der Angriffe stehen nach den zitierten Angaben des Verfassungsschutzes hochrangige Politiker, Militärs, Diplomaten sowie Investigativjournalisten.