Spritpreise

Benzin und Diesel wieder über 2 Euro – ADAC kritisiert Mineralölkonzerne

Am Wochenende kletterten die Kraftstoffpreise spürbar nach oben. Der April war der teuerste Tankmonat aller Zeiten.

Der ADAC kritisiert, dass die Energiesteuersenkung nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben werde.
Der ADAC kritisiert, dass die Energiesteuersenkung nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben werde.Jens Büttner/dpa

Die Kraftstoffpreise sind am Wochenende spürbar gestiegen und liegen erneut über der Marke von zwei Euro je Liter. Der ADAC kritisiert, dass die Steuersenkung nicht vollständig an die Autofahrer weitergegeben werde.

Ein Liter Super E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag 2,017 Euro und damit 2,8 Cent mehr als am Freitag. Das geht aus Daten des ADAC hervor. Diesel verteuerte sich binnen zwei Tagen um 2,5 Cent auf 2,104 Euro pro Liter.

Im Vergleich zum letzten Tag vor Einführung des Tankrabatts ist E10 damit nur noch 10,9 Cent günstiger, Diesel 11,1 Cent. Beides liegt deutlich unter der Steuerermäßigung von 16,7 Cent pro Liter, die seit dem 1. Mai gilt und bis Ende Juni befristet ist.

ADAC sieht keine Rechtfertigung für höhere Preise

Der Verkehrsclub kritisierte, dass die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent weiterhin nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben werde. Die Mineralölkonzerne hätten die Preise erneut angehoben, ohne dass dies durch einen steigenden Rohölpreis gerechtfertigt sei, teilte der ADAC mit. Tatsächlich habe sich Öl zuletzt sogar verbilligt. Der Club forderte, die Preise müssten so weit fallen, dass sie mehr als 16,7 Cent unter dem Niveau vor Einführung des Rabatts lägen.

Tagesverlauf bringt vereinzelt günstige Preise

Einzelne Tankstellen boten am Montagmorgen sowohl Diesel als auch E10 für weniger als zwei Euro an. Das hängt mit dem typischen Tagesverlauf der Spritpreise zusammen, der sich seit Einführung der sogenannten 12-Uhr-Regel herausgebildet hat. In der Regel steigen die Preise bei der einzigen erlaubten Erhöhung am Mittag stark an, oft um mehr als zehn Cent, und sinken anschließend bis zum nächsten Vormittag wieder deutlich.

Bereits beim ersten Tankrabatt im Jahr 2022 war diskutiert worden, ob der Steuervorteil bei den Verbrauchern ankommt. Eine Bewertung ist nach Angaben des ADAC schwierig, weil die Spritpreise zuletzt stark geschwankt haben.

April war teuerster Tankmonat aller Zeiten

Der April war nach einer Auswertung von ADAC-Daten durch die Deutsche Presse-Agentur der teuerste Tankmonat aller Zeiten. Sowohl Super E10 als auch Diesel waren im bundesweiten Monatsdurchschnitt so teuer wie nie zuvor. Ein Liter E10 kostete rund 2,11 Euro, der bisherige Rekord von 2,07 Euro stammte aus dem März 2022, kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges. Ein Liter Diesel lag im Schnitt bei rund 2,27 Euro und übertraf damit den Wert von 2,16 Euro aus dem März deutlich.

Berücksichtigt man die allgemeine Teuerung, relativiert sich der Rekord. Inflationsbereinigt war E10 unter anderem in weiten Teilen der Jahre 2011, 2012 und 2022 teurer als im April. Für Diesel gilt das für einen großen Teil des Jahres 2022. (mit dpa)