WikiLeaks

Bei Russland-Besuch: Julian Assanges Vater bedankt sich bei Putin

Während eines Besuchs in Moskau hat der Vater des WikiLeaks-Gründers Julian Assange seine Hoffnung auf Frieden zwischen Russland und dem Westen zum Ausdruck gebracht.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Mitte) begrüßt seinen Vater John Shipton (rechts) bei seiner Ankunft in Australien nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis.
WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Mitte) begrüßt seinen Vater John Shipton (rechts) bei seiner Ankunft in Australien nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis.William West/AFP

Der Vater von Julian Assange, John Shipton, ist auf Einladung der Brics-Journalistenvereinigung kurz vor Beginn des Gipfels am 22. Oktober in der Stadt Kasan in der russischen Hauptstadt eingetroffen. Bei seiner Ankunft in Moskau sagte er, er hoffe, „den Russen die Hand in Freundschaft reichen zu dürfen“. Russische Medien zitieren ihn mit den Worten: „Nur durch Frieden können wir in einem gewissen Maß in Harmonie leben, ohne die ständige Angst vor Atomwaffen zu haben.“

In einem Interview mit russischen Staatsmedien, von dem am Sonntag Ausschnitte online erschienen, dankte Shipton dem russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür, dass er sich als erster Staatschef, wie er sagte, im Jahr 2012 für seinen Sohn einsetzte. „Damals wurden verleumderische Lügen über Julian verbreitet, und Putin setzte sich für seine Interessen als Verleger und Bürger ein. Dafür möchte ich Ihrem Präsidenten meinen Dank aussprechen“, erklärte er.

Im selben Interview sagte John Shipton, dass durch WikiLeaks veröffentlichte Informationen aufgezeigt hätten, wie die USA Taktiken wie die sogenannten Farbrevolutionen einsetzen würden, um andere Länder zu kontrollieren, und sie als Bemühungen zur Förderung der Demokratie darstellen. „Wir können deutlich sehen, was mit einem Staat geschehen kann, wenn man die Informationen kontrolliert, die die Menschen durch eine Reihe von Farbrevolutionen erhalten, wie es nebenan von Russland geschehen ist: In der Ukraine - oder wie es in Belarus, in Kasachstan, in Georgien und so weiter fast geschehen wäre“, so Shipton.

Julian Assanges Vater: Ein umstrittener Russland-Besuch

Der Besuch ist nicht unumstritten: Shipton reist nach Russland, während der Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert. Hinter der Einladung steht außerdem Mira Terada, eine 36-jährige Russin, die wegen Geldwäsche eine Zeit lang in einer US-Haft verbracht hat. Terada wird in ihrem Heimatland als Menschenrechtsaktivistin bezeichnet. Die von ihr geleitete „Stiftung zur Bekämpfung von Ungerechtigkeit“ wurde von dem inzwischen mutmaßlich ermordeten Jewgeni Prigoschin gegründet, dem Anführer der berüchtigten Söldnertruppe Wagner.

Shipton war einer der Hauptakteure hinter der Kampagne zur Befreiung des Wikileaks-Gründers. Julian Assange war Ende Juni nach insgesamt zwölf Jahren Botschaftsasyl und Gefängnis in Großbritannien in sein Heimatland Australien zurückgekehrt. Der Australier hatte sich im Rahmen einer Vereinbarung mit der Justiz der Vereinigten Staaten der Verschwörung zur Weitergabe von Informationen zur nationalen Verteidigung schuldig bekannt. Er wurde deswegen formell zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verurteilt. Diese Strafe war durch seine gut fünfjährige Haftzeit im britischen Belmarsh-Gefängnis bereits verbüßt. Vor seiner Haft hatte Assange sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London Asyl gefunden.