Der Vater von Julian Assange, John Shipton, ist auf Einladung der Brics-Journalistenvereinigung kurz vor Beginn des Gipfels am 22. Oktober in der Stadt Kasan in der russischen Hauptstadt eingetroffen. Bei seiner Ankunft in Moskau sagte er, er hoffe, „den Russen die Hand in Freundschaft reichen zu dürfen“. Russische Medien zitieren ihn mit den Worten: „Nur durch Frieden können wir in einem gewissen Maß in Harmonie leben, ohne die ständige Angst vor Atomwaffen zu haben.“
In einem Interview mit russischen Staatsmedien, von dem am Sonntag Ausschnitte online erschienen, dankte Shipton dem russischen Präsidenten Wladimir Putin dafür, dass er sich als erster Staatschef, wie er sagte, im Jahr 2012 für seinen Sohn einsetzte. „Damals wurden verleumderische Lügen über Julian verbreitet, und Putin setzte sich für seine Interessen als Verleger und Bürger ein. Dafür möchte ich Ihrem Präsidenten meinen Dank aussprechen“, erklärte er.
Im selben Interview sagte John Shipton, dass durch WikiLeaks veröffentlichte Informationen aufgezeigt hätten, wie die USA Taktiken wie die sogenannten Farbrevolutionen einsetzen würden, um andere Länder zu kontrollieren, und sie als Bemühungen zur Förderung der Demokratie darstellen. „Wir können deutlich sehen, was mit einem Staat geschehen kann, wenn man die Informationen kontrolliert, die die Menschen durch eine Reihe von Farbrevolutionen erhalten, wie es nebenan von Russland geschehen ist: In der Ukraine - oder wie es in Belarus, in Kasachstan, in Georgien und so weiter fast geschehen wäre“, so Shipton.
🚨ASSANGE'S FATHER WARNS OF INFORMATION CONTROL AND “COLOR REVOLUTIONS”
— Mario Nawfal (@MarioNawfal) October 20, 2024
John Shipton, father of WikiLeaks founder Julian Assange, expressed concerns over the impact of "color revolutions" and the manipulation of information. He argued that these movements, often supported by… pic.twitter.com/lUYcbfwmlt
Julian Assanges Vater: Ein umstrittener Russland-Besuch
Der Besuch ist nicht unumstritten: Shipton reist nach Russland, während der Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert. Hinter der Einladung steht außerdem Mira Terada, eine 36-jährige Russin, die wegen Geldwäsche eine Zeit lang in einer US-Haft verbracht hat. Terada wird in ihrem Heimatland als Menschenrechtsaktivistin bezeichnet. Die von ihr geleitete „Stiftung zur Bekämpfung von Ungerechtigkeit“ wurde von dem inzwischen mutmaßlich ermordeten Jewgeni Prigoschin gegründet, dem Anführer der berüchtigten Söldnertruppe Wagner.
