„TV-Sendung Maischberger“

„Waschlappen“: Scharfe Kritik an Bundeswehr-Mission in Grönland

Die Forderungen Donald Trumps sind erneut Thema bei der Polit-Talkshow. Die Bundeswehr macht dabei keine gute Figur. „In die Hose gegangen“.

Theo Koll war am Dienstagabend bei „Maischberger“ zu Gast.
Theo Koll war am Dienstagabend bei „Maischberger“ zu Gast.Uwe Koch/HMB Media/imago

Die Gäste bei der ARD-Sendung „Maischberger“ haben am Dienstagabend über den Umgang mit Donald Trump und seinen Forderungen für Grönland diskutiert. Sänger Peter Maffay, der ebenfalls zu Gast war, äußerte sich zudem besorgt über die politische Zukunft in Deutschland. 

Neben Maffay waren der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Andrew Langer (US-Politikberater), ZDF-Politikexperte Theo Koll, Journalist Nicolaus Blome und die Schriftstellerin Jagoda Marinic.

Grönland-Mission: Guttenberg kritisiert Bundeswehr scharf

Zu Guttenberg warnte vor übermäßiger Vorsicht gegenüber US-Präsident Donald Trump. „In dem Moment, wenn man durchatmet bei Donald Trump, fliegt einem die nächste Faust ins Gesicht.“ Er verglich Trump mit einem „Drittklässler, dem man das Frisbee weggenommen hat“. Die Runde diskutierte auch über die Erkundungsmission von 15 Bundeswehrsoldaten in Grönland, die Trump als Provokation gewertet hatte.

Diese kritisierte zu Guttenberg scharf. „Das ist kommunikativ in die Hose gegangen.“ Koll argumentierte, die Mission sei von Beginn an ein Eingeständnis gewesen und habe Trumps Argumentation gestützt, er wolle Grönland vor China und Russland schützen. Blome hingegen sah darin ein konfrontatives Signal an die USA – die Europäer hätten „ihr Handtuch hingelegt“, um zu zeigen: „Wir waren zuerst hier.“ Koll konterte, die Mission mit nur 15 Soldaten sei „lächerlich“ und „eher ein Waschlappen als ein Handtuch“.

Langer hingegen relativierte die Drohungen des Präsidenten: „Trump ist ein Dealmaker. Er will einfach nur den bestmöglichen Deal für die USA.“ Militärische Gewalt sei ausgeschlossen, Grönland werde nicht zum 51. Bundesstaat. Maischberger konfrontierte ihn mit Trumps Social-Media-Posts, in denen dieser Grönland mit US-Flagge als amerikanisches Territorium darstellte.

Maffay äußerte sich zu seiner persönlichen Gemütslage. „Ich bin optimistisch, aber es fällt immer schwerer.“ Als Vater verfolge er täglich die Nachrichten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, „wohin uns die Reise führt“. Er zeigte sich auch politisch enttäuscht: „Ich habe lange SPD gewählt und habe inzwischen Schwierigkeiten, das noch zu tun.“ Die Partei stehe „den Menschen auf der Straße nicht mehr sehr nahe“. Welche Partei dies noch tue, konnte er auf Nachfrage allerdings nicht beantworten.