Das US-Außenministerium hat eine neue Behörde ins Leben gerufen, die sich gezielt gegen Cyberangriffe und den Missbrauch von Technologien wie Künstlicher Intelligenz durch den Iran und andere Staaten richten soll. Das berichtet ABC News unter Berufung auf Regierungsvertreter.
Das sogenannte Bureau of Emerging Threats umfasst laut ABC News fünf Abteilungen: Cybersicherheit, Schutz kritischer Infrastruktur, disruptive Technologien, Weltraumsicherheit und Bedrohungsanalyse. Neben dem Iran stehen demnach auch China, Russland, Nordkorea und terroristische Organisationen im Fokus.
Außenminister Marco Rubio hatte die Gründung der Behörde bereits vor knapp einem Jahr im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung angekündigt. Geleitet wird sie dem Bericht zufolge von Anny Vu, die zuletzt als Geschäftsträgerin der US-Regierung in China tätig war.
Anstieg pro-iranischer Hackeraktivitäten
Die Gründung fällt in eine Phase zunehmender Cyberbedrohungen durch den Iran. Laut ABC News verzeichnete die US-Cybersicherheitsfirma CrowdStrike einen Anstieg pro-iranischer Hackeraktivitäten, nachdem die USA und Israel Ende Februar militärisch gegen den Iran vorgegangen waren. Eine pro-iranische Hackergruppe übernahm die Verantwortung für einen Angriff auf den US-Medizintechnikkonzern Stryker.
Parallel dazu beschlagnahmte das US-Justizministerium vier Websites, die dem Iran zugeordnet werden, wie der Sender WGXA unter Berufung auf Bundesbehörden berichtet. Die Domains seien Teil iranischer Operationen zur Infiltration von Computersystemen gewesen. Laut WGXA veröffentlichten iranische Staatsmedien zudem eine Liste amerikanischer Technologiekonzerne – darunter Google, Microsoft und IBM – als mögliche Angriffsziele.
Senator Tom Cotton warnte, der Iran habe in der Vergangenheit versucht, Personen in den USA für Anschläge zu rekrutieren. Sicherheitsexperte Karl De La Guerra erklärte gegenüber dem Sender, man wisse seit Jahren von sogenannten Schläferzellen auf US-Boden, es bestehe aber kein Grund zur Panik.
Am selben Tag, an dem das Außenministerium den Kongress offiziell über die neue Behörde informierte, veröffentlichte das Weiße Haus laut ABC News ein KI-Rahmenwerk, das den Kongress auffordert, möglichst wenig belastende KI-Gesetze zu verabschieden und keine neuen Regulierungsbehörden zu schaffen.


