Das Berliner Entwicklerstudio Paintbucket Games hat den Deutschen Computerspielpreis in der Hauptkategorie „Beste Produktion“ gewonnen. Die Auszeichnung ist mit 100.000 Euro dotiert und wurde im Rahmen der Preisverleihung in München vergeben.
Prämiert wurde das Spiel „The Darkest Files“. Darin schlüpfen die Spieler in die Rolle einer Staatsanwältin, die in der Nachkriegszeit Verbrechen aus der Zeit des Nationalsozialismus juristisch aufarbeitet und vor Gericht bringt.
Historisch und düster mit besonderer Spielmechanik
In „The Darkest Files“ schlüpfen Spieler in die Rolle der jungen Staatsanwältin Esther Katz im Jahr 1956. Sie arbeitet in der Sonderabteilung des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer, der historisch für die Vorbereitung der Frankfurter Auschwitz-Prozesse bekannt wurde.
Die Aufgabe im Spiel: vergessene Verbrechen aufklären, obwohl Beweise vernichtet wurden, Zeugen schweigen und ehemalige Täter inzwischen wieder hohe Positionen in Justiz und Verwaltung bekleiden. Die im Spiel verhandelten Fälle beruhen nach Angaben der Entwickler auf tatsächlichen historischen Ereignissen, während Briefe, Akten und Aussagen fiktiv ausgestaltet sind.
Im Mittelpunkt steht eine ungewöhnliche Spielmechanik: Statt durch Hinweise zu den Lösungen geführt zu werden, müssen die Spielerinnen und Spieler umfangreiche Akten, Briefe und Bilder selbst durchsehen, wichtige Stellen mit frei wählbaren Farben, Symbolen oder Lesezeichen markieren und so Tathergänge eigenständig rekonstruieren. Anschließend werden Zeugen befragt und Anklagen vorbereitet.
In „The Darkest Files“ ist man in einer düsteren Spielwelt unterwegs: Das Spiel verbindet zweidimensionale Illustrationen im Stil der Pop-Art mit dreidimensionalen Räumen, wodurch das Erscheinungsbild der 1950er Jahre aufgegriffen werden soll.
Jury lobt Machart und Thema des Spiels
Die Jury des Deutschen Computerspielpreises hob hervor, dass es dem Spiel gelinge, die Balance zwischen inhaltlicher Tiefe und spielerischer Leichtigkeit zu halten. Auch die handwerkliche Umsetzung wurde gelobt: Grafik, Sounddesign und Sprachausgabe seien „durchweg stimmig und von sehr hoher Wertigkeit“.
Für die Auszeichnung als bestes deutsches Spiel war aus Sicht der Jury auch die thematische Aktualität ausschlaggebend. Die Auseinandersetzung mit historischer Verantwortung wirke „angesichts der politischen Lage wichtiger denn je“. „The Darkest Files“ knüpfe an die Qualität des Vorgängertitels „Through the Darkest of Times“ an, in dem man eine Widerstandsgruppe zur NS-Zeit spielt, wirke aber reifer und immersiver.
Paintbucket Games veröffentlichte „The Darkest Files“ im März 2025. Das Spiel ist normalerweise für knapp 20 Euro auf der Spieleplattform Steam erhältlich, kostet durch ein laufendes Sonderangebot aber bis Freitagabend nur knapp 13 Euro. Man kann es jedoch auch auf gog.com oder für die Nintendo Switch im Online-Shop des japanischen Spielegiganten erwerben. Etwa acht Stunden soll man benötigen, um den Titel durchzuspielen.
Der Deutsche Computerspielpreis wird gemeinsam von der Bundesregierung und dem Branchenverband Game vergeben und gilt als wichtigste Auszeichnung der deutschen Spieleindustrie.

