Geflügelpest

Historisches Ausmaß: Brandenburgs Landwirtschaft kämpft gegen Newcastle-Krankheit

Bereits drei Millionen Tiere mussten aufgrund des Ausbruchs der Seuche getötet werden. Entspannung ist bisher nicht in Sicht.

Brandenburg hat mit einem massiven Ausbruch der Newcastle-Krankheit zu kämpfen.
Brandenburg hat mit einem massiven Ausbruch der Newcastle-Krankheit zu kämpfen.Christian Lademann/dpa

Die hochansteckende Newcastle-Krankheit hat in Brandenburg ein noch nie dagewesenes Ausmaß erreicht. Rund drei Millionen Stück Geflügel mussten bislang getötet werden, der Landkreis Dahme-Spreewald ist mit etwa 1,6 Millionen Tieren am schwersten betroffen.

„Einen Seuchenausbruch dieser Größenordnung hatten wir in der Geschichte des Landkreises noch nicht“, sagte Stefan Wichary, Beigeordneter und Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Dahme-Spreewald, der Deutschen Presse-Agentur.

Vogelgrippe grassierte bereits massiv in Brandenburg

Insgesamt wurden bisher 16 Ausbrüche in Brandenburg registriert. Neben Dahme-Spreewald sind auch die Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Märkisch-Oderland betroffen. Allein in Oder-Spree müssen 377.000 Tiere getötet werden.

Die hohe Zahl getöteter Tiere sei vor allem auf Ausbrüche in drei Großbetrieben zurückzuführen, erklärte Wichary. Ein Krisenstab wurde eingerichtet. Insgesamt mussten bereits rund 3 Millionen Tiere getötet werden.

Die Newcastle-Krankheit – auch als atypische Geflügelpest bezeichnet – ist eine Virusinfektion. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat den Erreger bereits bei über 240 Vogelarten nachgewiesen. Besonders anfällig sind Hühner und Puten. Die Symptome ähneln denen der Vogelgrippe: Augenentzündungen, Atemstörungen, Durchfall sowie Lähmungen und Kopfschiefhaltung. Bei jüngeren Tieren kann die Krankheit innerhalb von drei bis sieben Tagen eine gesamte Herde auslöschen. In Deutschland war die Seuche zuletzt vor rund 30 Jahren aufgetreten.

Wichary rechnet damit, dass die Bekämpfungsmaßnahmen bis Ende Mai andauern werden. Wie das Virus in die Betriebe gelangte, ist bislang ungeklärt.

Obwohl in Deutschland seit den 1990er-Jahren eine Impfpflicht gegen die Newcastle-Krankheit für Hühner und Puten besteht, sind laut dem Friedrich-Loeffler-Institut Jungtiere häufig noch nicht ausreichend geschützt. Geimpfte Tiere können sich zwar infizieren, erkranken aber in der Regel weniger schwer. Nach geltendem EU-Recht müssen dennoch sämtliche Tiere eines betroffenen Bestandes getötet und unschädlich beseitigt werden. Für Menschen besteht laut dem Institut kaum Gefahr – eine Infektion ist äußerst selten und verläuft in der Regel harmlos.

Im vergangenen Jahr war Brandenburg auch von der Vogelgrippe stark betroffen, es handelte sich um einen der schwersten Ausbrüche der vergangenen Jahre. Zehntausende Tiere mussten getötet werden.  (mit dpa)