Der deutsche Schauspieler Udo Kier ist im Alter von 81 Jahren in seiner Wahlheimat Palm Springs gestorben. Das berichten unter anderem Variety und der britische Guardian, die sich auf Kiers Partner Delbert McBride berufen. Eine Todesursache wurde zunächst nicht genannt. Kier, geboren 1944 in Köln, gehörte zu den außergewöhnlichsten und produktivsten Charakterdarstellern des internationalen Arthouse- und Independent-Kinos.
Über sechs Jahrzehnte hinweg drehte Kier mehr als 200 Filme und arbeitete mit Regiegrößen wie Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog, Christoph Schlingensief sowie Lars von Trier zusammen, der ihn immer wieder besetzte – unter anderem in „Breaking the Waves“, „Dogville“, „Melancholia“ und „Geister“. Auch in Hollywood war Kier gefragt und übernahm markante Rollen in Filmen wie „Blade“, „Ace Ventura“ und „End of Days“.
Vom Kölner Kriegsbaby zum Arthouse-Giganten
Kier wuchs unter ärmlichen Bedingungen in Köln-Mülheim auf und sprach oft über die Umstände seiner dramatischen Geburt im bombardierten Krankenhaus 1944. Nach einer Lehre und einer kurzen Zeit am Fließband bei Ford zog er erst nach England, dann in die USA, wo er eine Schauspielschule besuchte. Bereits Ende der Sechzigerjahre erhielt er seine ersten Filmrollen, später folgte eine Zeit in Italien, in der er zum Star diverser Magazine wurde und als einer der schönsten Männer seiner Zeit galt.
Sein endgültiger Durchbruch in den USA gelang Kier 1991 mit Gus Van Sants Kultfilm „My Own Private Idaho“. Von da an war er weltweit gefragt und bewies eine außergewöhnliche Bandbreite: von exzentrischen Horrorfiguren über schräge Komödien-Typen bis hin zu stillen Nebenrollen in großen Hollywoodproduktionen. Neben seinem Talent wurden auch seine auffällig grünen Augen und sein androgynes Erscheinungsbild zu seinem Markenzeichen.
