Konjunktur

Deutsche Industrie: Inlandsnachfrage auf Rekordhoch

Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnet 2025 ein Auftragsplus von sieben Prozent. Während die Automobilindustrie schwächelt, steigt eine andere Branche auf.

Die Auftragseingänge der deutschen Industrie sind in den letzten zwölf Monaten deutlich gestiegen.
Die Auftragseingänge der deutschen Industrie sind in den letzten zwölf Monaten deutlich gestiegen.IMAGO/Jochen Tack

Die Aussichten der deutschen Industrie haben sich deutlich gebessert. Insbesondere der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe ist in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Im Vergleich zum letzten Jahr ergibt sich kalenderbereinigt ein Plus von sieben Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte.

Wesentlicher Treiber des Anstiegs ist der sogenannte Sonstige Fahrzeugbau, zu dem unter anderem Flugzeuge, Schiffe, Züge und Militärfahrzeuge zählen. Dieser Bereich legte gegenüber dem Vormonat saison- und kalenderbereinigt um 4,5 Prozent zu. Auch die Herstellung von Metallerzeugnissen wuchs mit einem Plus von 5,4 Prozent deutlich. Beides bedeutet vor allem einen Anstieg der Bestellungen für die Rüstungsindustrie. Diese entwickelt sich derzeit zum Zugpferd der deutschen Wirtschaft.

Gleichzeitig zeigen sich teilweise Schwierigkeiten in der zivilen Industrie. Insbesondere die Automobilindustrie verzeichnete einen Rückgang des Auftragsbestands um 2,9 Prozent.

Auftragsbestand im Inland auf höchstem Stand seit 2015

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Inlandsaufträge: Diese stiegen im Dezember um 3,0 Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit 2015. Der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland blieb dagegen unverändert. Sie liegt noch unter dem Niveau des Rekordjahres 2022.

Reichweite steigt auf 8,2 Monate

Die sogenannte Reichweite des Auftragsbestands – sie gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Aufträge produzieren müssten – stieg im Dezember auf 8,2 Monate. Bei Investitionsgüterherstellern lag sie sogar bei 11,2 Monaten. Damit deutet sich eine stabile Entwicklung für 2026 an. Das Jahr könnte wirtschaftlich positiver verlaufen als bisher angenommen.