Berliner Wirtschaftspolitik

Artenschutz blockiert CleanTech-Park: Berlins größtes Industriegebiet ohne einen einzigen Mieter

CleanTech Business Park Marzahn wurde einst als Vorzeigeprojekt gefeiert. Aber nach Jahren der Planung gibt es keine Mieter. Senat bleibt aber weiterhin optimistisch.

CleanTech Business Park hat bisher keine Mieter - Senat bleibt optimistisch.
CleanTech Business Park hat bisher keine Mieter - Senat bleibt optimistisch.IMAGO / Jürgen Ritter

Der CleanTech Business Park in Berlin-Marzahn sollte zum Leuchtturmprojekt für nachhaltige Industrie werden. Doch nach Jahren der Planung ist auf dem 90 Hektar großen Areal noch kein einziges Unternehmen angesiedelt. Das geht aus einer schriftlichen Anfrage des Linken-Abgeordneten Kristian Ronneburg an den Berliner Senat hervor.

Der CleanTech Business Park ist Teil des rund 300 Hektar großen Zukunftsorts CleanTech Marzahn. Er gilt als größtes zusammenhängendes Industrieareal Berlins.

Artenschutz verhindert Ansiedlungen

Laut Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe haben im Jahr 2025 insgesamt 16 Unternehmen Interesse an einer Ansiedlung bekundet. Mit sechs von ihnen führte die WISTA Management GmbH, die für Entwicklung und Vermarktung zuständig ist, Gespräche. Namen nennt der Senat nicht.

Eine aktive Akquise fand jedoch weder durch den Senat noch durch den Bezirk Marzahn-Hellersdorf oder die Wirtschaftsförderung Berlin Partner statt. Als Grund werden artenschutzrechtliche Herausforderungen genannt, die das Projekt seit Jahren bremsen.

Prestige-Vorzeigemieter HH2E insolvent

Das Unternehmen HH2E, das über Jahre als möglicher Ankermieter galt, ist seit Februar 2025 insolvent. Die WISTA habe den Insolvenzverwalter kontaktiert, und um Antwort gebeten wie es weitergeht. Aber eine Antwort stehe noch aus, teilt der Senat mit. Die Homepage des Projektes gibt diese Firma noch als großen Investor aus. Allerdings befindet sie sich im Themenbereich Entwicklung auf dem Stand von 2022. Neu scheinen lediglich die Unterseiten für die Projektbroschüren.

Dennoch bewertet die Landesregierung die Entwicklung als „grundsätzlich positiv“. Eine neue Vereinbarung zwischen Senat, Bezirk und WISTA definiere nun artenschutzrechtliche Rahmenbedingungen für künftige Genehmigungsverfahren. Damit verbinde sich die Erwartung, „Unternehmen ab diesem Jahr wieder Planungssicherheit bieten zu können.“