Arbeitsmarkt

Arbeitsagentur: Zahl der langzeitarbeitslosen Flüchtlinge in Deutschland deutlich gestiegen

Neuen Daten der Bundesagentur für Arbeit zufolge nimmt die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland weiter zu. Besonders betroffen sind Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit und Geflüchtete.

Viele Betroffene von Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland sind Geflüchtete und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Viele Betroffene von Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland sind Geflüchtete und Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit.Oliver Berg

Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit sind in Deutschland 1.042.517 Menschen seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung und gelten damit als langzeitarbeitslos, wie die Welt berichtet. Das entspreche 36,1 Prozent aller Arbeitslosen im Land. Auffällig sei dabei der hohe Anteil ausländischer Staatsbürger: Jeder dritte Langzeitarbeitslose besitze keinen deutschen Pass.

Wurden 2014 noch 196.122 ausländische Langzeitarbeitslose gezählt, liegt die aktuelle Zahl bei 317.377 – ein Anstieg um 61,83 Prozent. Besonders stark ist der Zuwachs bei Menschen aus sogenannten Asylherkunftsländern: Die Zahl stieg von 19.053 im Jahr 2014 auf 92.244 im Jahr 2024. Damit stammt inzwischen fast jeder zehnte Langzeitarbeitslose aus einem Fluchtland. Das berichtet die Bild mit Verweis auf Daten (Stichtag: November 2025) der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Mehr als 60 Prozent ohne Berufsabschluss

Der Ausländeranteil unter den Langzeitarbeitslosen hat sich seit 2014 insgesamt fast verdoppelt. Die Gründe dafür werden in den Zahlen nicht näher erläutert. Neben den reinen Personenzahlen fallen auch die finanziellen Belastungen ins Gewicht: Die Gesamtzahlungen für Langzeitarbeitslose summierten sich 2024 auf 9,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 3,26 Milliarden Euro Bürgergeld auf ausländische Langzeitarbeitslose. Laut Bild sind darin Kosten für Unterkunft, Gesundheit und spätere Renten noch nicht enthalten.

Sorgen bereitet zudem die Qualifikationsstruktur der Betroffenen. Nach Angaben der BA verfügen 60,3 Prozent der Langzeitarbeitslosen über keinen Berufsabschluss; mehr als 23 Prozent haben keinen Hauptschulabschluss. Lediglich 155.000 Langzeitarbeitslose fanden 2024 den Weg zurück in die Erwerbstätigkeit.

Im Dezember 2024 stieg die Gesamtzahl der Arbeitslosen in Deutschland laut Bundesagentur für Arbeit auf 2,908 Millionen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber November um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Die Behörde in Nürnberg stützte sich dabei auf Daten bis zum 11. Dezember 2024.