Ein Mitglied der US-Spezialkräfte soll vor der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro mit geheimen Informationen über den Einsatz rund 400.000 Dollar auf einer Online-Wettplattform gewonnen haben.
Die US-Bundesanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York gab die Anklage gegen den 38-jährigen Soldaten Gannon Ken Van Dyke am Donnerstag in einer Mitteilung bekannt. Ihm werden unter anderem die Nutzung vertraulicher Regierungsinformationen zum persönlichen Vorteil, die Entwendung nicht öffentlicher Regierungsinformationen, Betrug nach US-Warenterminrecht, Betrug mittels elektronischer Kommunikation und unerlaubte Finanztransaktionen vorgeworfen.
CASE UPDATE from @NewYorkFBI: The Justice Department announced the unsealing of an indictment charging Gannon Ken Van Dyke, a U.S. Army soldier, with unlawful use of confidential government information for personal gain, theft of nonpublic government information, commodities… pic.twitter.com/eINpBhR0AU
— FBI (@FBI) April 24, 2026
Van Dyke war nach Angaben der Bundesanwaltschaft an Planung und Durchführung der Operation „Absolute Resolve“ beteiligt, mit der US-Streitkräfte Maduro und dessen Frau Cilia Flores in den frühen Morgenstunden des 3. Januar 2026 in Caracas festsetzten. Der Soldat sei am Stützpunkt Fort Bragg in North Carolina stationiert gewesen und habe Geheimhaltungsvereinbarungen unterschrieben.
Wetten in den Stunden vor dem Zugriff
Laut Anklageschrift legte Van Dyke am 26. Dezember 2025 ein Konto bei der Wettplattform Polymarket an, auf der Nutzer Geld auf den Ausgang künftiger Ereignisse setzen können. Zwischen dem 27. Dezember 2025 und dem Abend des 2. Januar 2026 setzte er demnach in 13 Transaktionen rund 33.034 Dollar darauf, dass Maduro bis Ende Januar 2026 nicht mehr an der Macht sein oder dass US-Streitkräfte in Venezuela eingreifen würden. Der überwiegende Teil der Wetten sei in der Nacht zum 3. Januar platziert worden, also wenige Stunden vor dem Zugriff, teilte die US-Aufsichtsbehörde für Termin- und Warenmärkte CFTC in einer parallelen Zivilklage mit.
Nach der öffentlichen Bekanntgabe der Operation durch US-Präsident Donald Trump habe Polymarket die entsprechenden Wettkontrakte ausgezahlt. Van Dyke habe rund 409.881 Dollar Gewinn erzielt, so die Bundesanwaltschaft. Anschließend habe er den Großteil der Erlöse in einen ausländischen Krypto-Tresor verschoben und Polymarket am 6. Januar gebeten, sein Konto zu löschen.
Behörden und Plattform äußern sich
US-Staatsanwalt Jay Clayton sagte laut Mitteilung, Wettmärkte für künftige Ereignisse seien „kein sicherer Hafen“ für die Nutzung geheimer Informationen zum persönlichen Vorteil. CFTC-Vorsitzender Michael Selig erklärte, der Beschuldigte habe die Sicherheit von US-Soldaten gefährdet. Polymarket teilte laut der Nachrichtenagentur AP mit, das Unternehmen habe verdächtige Geschäfte selbst gemeldet und mit dem Justizministerium kooperiert.
Die Vorwürfe sind bislang nicht gerichtlich bewiesen. Bei einer Verurteilung drohen nach Angaben der Bundesanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen.


