Der Hip-Hop-Pionier Afrika Bambaataa ist am Donnerstag im Alter von 68 Jahren in Pennsylvania an Prostatakrebs gestorben. Das bestätigte sein Anwalt gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press.
Bambaataa, mit bürgerlichem Namen Lance Taylor, wurde 1957 in der South Bronx in New York geboren. In den 1970er-Jahren organisierte er Block-Partys in Gemeindezentren des Viertels und prägte als DJ die frühe Hip-Hop-Szene. 1973 gründete er die Universal Zulu Nation, ein Kollektiv mit dem Leitsatz „Peace, Love, Unity, and Having Fun“. Bambaataa wollte mit der Organisation Jugendliche von Ganggewalt abbringen.
Prägende Figur der frühen Hip-Hop-Szene
Sein bekanntester Track „Planet Rock“ von 1982, der Elemente der deutschen Elektroband Kraftwerk sampelte, erreichte Platz 48 der Billboard Hot 100 und wurde zu einem Meilenstein des Electro-Funk. Bambaataa gehörte zudem zu den ersten DJs, die die legendäre Drummaschine Roland TR-808 einsetzten, wie AP berichtet.
Ab 2016 beschuldigten mehrere Männer den Musiker, sie als Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Bambaataa wies sämtliche Anschuldigungen zurück. Die Universal Zulu Nation enthob Bambaataa daraufhin seiner Führungsrolle und entschuldigte sich im Juni 2016 öffentlich bei den mutmaßlichen Opfern.
Laut dem Musikmagazin Pitchfork verlor Bambaataa 2025 eine Zivilklage vor dem Bronx Supreme Court, weil er nicht vor Gericht erschien. Der anonyme Kläger hatte angegeben, zwischen 1991 und 1995 ab seinem zwölften Lebensjahr wiederholt missbraucht und zur Prostitution gezwungen worden zu sein.
Kurtis Blow, Geschäftsführer der Hip Hop Alliance, nannte Bambaataas Vermächtnis in einer Stellungnahme am Donnerstag „komplex“, wie ABC News berichtet. Bambaataas Einfluss auf die Hip-Hop-Geschichte sei unbestreitbar, zugleich müsse Raum für alle Stimmen bleiben.

