Seine Zivilcourage kostete ihn die Gesundheit: Ein Mann wollte zwei Frauen helfen, die in der S-Bahn von zwölf Männern belästigt wurden. Wie die Bundespolizei am Dienstag mitteilte, soll sich der Fall bereits am Gründonnerstag ereignet haben.
Demnach waren die zwei jungen Frauen gegen 19.30 Uhr in der stadteinwärts fahrenden S-Bahn der Linie S46 unterwegs, als etwa zwölf Männer sie in Höhe des S-Bahnhofes Wildau belästigten. Den Ermittlungen der Bundespolizei zufolge forderte ein 39-Jähriger die Männer auf, damit aufzuhören. Daraufhin schlugen mehrere aus der Gruppe auf den Mann ein.
Der Mann erlitt mehrere Gesichtsfrakturen. Am S-Bahnhof Treptower Park stieg er aus. Doch erst in seiner Wohnung wählte der 39-Jährige den Notruf. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus.
Die Bundespolizei leitete ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen die bislang unbekannten Täter ein. Die Ermittler sicherten nach Angaben der Behörde auch Videoaufzeichnungen der S-Bahn-Anlagen. Allerdings sind bei der Berliner S-Bahn keine Kameras in den Wagen installiert. Und bis auf einige zentrale Bahnhöfe wie die Stationen Ostkreuz und Alexanderplatz sind nur die Bahnsteigkanten zwecks Zugabfertigung mit Video überwacht. Eine Personenbeschreibung der Täter wollte die Bundespolizei am Dienstag nicht abgeben.


