Zwei junge Männer in Ganzkörperschutzanzügen schleifen jeweils einen großen Sack aus dem Bürogebäude Hasenheide 23–27. Ein Wachmann hat ihnen zuvor von innen die Haupteingangstür aufgesperrt, der Koloss zwischen Hermannplatz und Südstern ist also nicht nur mit einem Bauzaun und Kameras gesichert.
„Mineralwolle“ steht auf den Säcken, die die Männer in den grauen Transporter einer Berliner Firma bugsieren, der vor dem Gebäude parkt. Die Firma ist auf Betonsägen spezialisiert, mit denen man auch bis zu 50 Zentimeter dicke Betonwände entfernen kann. Und Wände sind offenbar einige zu entfernen in dem zehngeschossigen Bürokomplex. Denn aus den einstigen Büros, in denen zuletzt Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung tätig waren, sollen Zimmer für Geflüchtete werden.
Knapp 1000 Menschen will das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten neuesten Angaben zufolge in der Kreuzberger Immobilie unterbringen, die meisten davon Familien mit Kindern, aber auch rund 160 unbegleitete Minderjährige. Die zuständige Senatsverwaltung hatte zunächst von einer Belegung mit 1500 Menschen gesprochen.

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