Tag drei nach dem Sabotageanschlag auf die Stromversorgung im Stadtteil Steglitz-Zehlendorf. Noch immer sind Zehntausende Haushalte ohne Strom, liegen ganze Straßen im Dunkeln. In vielen Häusern und Wohnungen sind die Temperaturen inzwischen unter zehn Grad gefallen. Die Heizungen funktionieren nicht, die Handys sind leer – und auch der Kerzenvorrat geht langsam zur Neige. Während die Menschen in anderen Stadtteilen ihrem Alltag nachgehen, wirkt der Südwesten der Stadt wie eine erschreckend reale Szenerie aus „The Day After Tomorrow“.
Die Maßnahmen von Bezirk und Senat, um der wachsenden Not der Menschen entgegenzuwirken, bleiben bislang überschaubar: Feldbetten im Rathaus, Auflademöglichkeiten für Smartphones und Tablets, vereinzelt ein paar Snacks und warme Getränke. Ein äußerst bescheidenes Angebot.
Für viele Berliner, insbesondere Rentner, Studierende oder Familien mit niedrigen Einkommen, ist das zu wenig. Sie warten, frieren, improvisieren – und sie hoffen. Darauf, dass die Reparaturarbeiten an der beschädigten Kabelbrücke am Teltowkanal bald abgeschlossen sein werden. Doch nach Angaben der Stromnetz Berlin GmbH könnte das noch bis Donnerstag dauern.

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