Es ist ein klassisches Berliner Stillleben: Ein Pappkarton, aufgeweicht vom Nieselregen, steht einsam an einer Hauswand in Neukölln, Prenzlauer Berg oder in einem anderen Bezirk. Darin: drei linke Schuhe, eine zerlesene Ausgabe von „Fifty Shades of Grey“, ein Ladekabel fürs Handy, das seit 2010 nicht mehr produziert wird, und eine Tasse mit abgeplatztem Henkel. Daran klebt, mit Edding auf einem Zettelfetzen hastig gekritzelt, die Absolution für das eigene Gewissen: „Zu verschenken“.
Wer durch Berliner Kieze läuft, stolpert fast täglich über diese Altäre des Überflusses. Manchmal sind es Bücherkisten, die tatsächlich Schätze bergen. Meistens aber sind es Sperrmüllhaufen in spe. Was als nette Nachbarschaftsgeste gemeint sein könnte, entpuppt sich immer wieder als wilde Müllkippe, die den Gehweg blockiert und Ratten anzieht.

Mit einem Abo weiterlesen
- Zugriff auf alle B+ Inhalte
- Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
- Jederzeit kündbar
Sie haben bereits ein B-Plus? Melden Sie sich an
Doch lieber Print? Hier geht's zum Abo Shop
