Stadtbild

Sperrmüll oder Geschenk? Warum das Abstellen von Kisten vor die Haustür illegal ist

Der Berliner Senat verschärft die Gangart gegen wilden Müll. Wir klären auf, warum ein Zettel rechtlich nicht schützt und was BSR-Sprecher Sebastian Harnisch dazu sagt.

Wozu den weiten Weg zum Wertstoffhof auf sich nehmen, wenn Müllentsorgung doch so einfach ist?
Wozu den weiten Weg zum Wertstoffhof auf sich nehmen, wenn Müllentsorgung doch so einfach ist?S.Gottschalk/imago

Es ist ein klassisches Berliner Stillleben: Ein Pappkarton, aufgeweicht vom Nieselregen, steht einsam an einer Hauswand in Neukölln, Prenzlauer Berg oder in einem anderen Bezirk. Darin: drei linke Schuhe, eine zerlesene Ausgabe von „Fifty Shades of Grey“, ein Ladekabel fürs Handy, das seit 2010 nicht mehr produziert wird, und eine Tasse mit abgeplatztem Henkel. Daran klebt, mit Edding auf einem Zettelfetzen hastig gekritzelt, die Absolution für das eigene Gewissen: „Zu verschenken“.

Wer durch Berliner Kieze läuft, stolpert fast täglich über diese Altäre des Überflusses. Manchmal sind es Bücherkisten, die tatsächlich Schätze bergen. Meistens aber sind es Sperrmüllhaufen in spe. Was als nette Nachbarschaftsgeste gemeint sein könnte, entpuppt sich immer wieder als wilde Müllkippe, die den Gehweg blockiert und Ratten anzieht.

Berliner Zeitung

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