Geboren in Tokio, aufgewachsen in Franken, entdeckt in Australien und ausgebildet in Paris: Seit mehr als 25 Jahren ist Katja Weitzenböck nun in Berlin zu Hause. Ihre Biografie ist die einer permanenten Bewegung zwischen Ländern, Kulturen und sozialen Systemen – ein Lebensweg, der ihr einen besonderen Blick von außen auf Politik, Kunst und Gesellschaft ermöglicht. Anlässlich der Ausstrahlung der 101. Folge der ZDF-Krimireihe „Ein starkes Team“ („Das letzte Opfer“) am 10. Januar, in der sie eine zentrale Rolle spielt, haben wir mit ihr gesprochen. Entstanden ist ein tiefgründiger Dialog über Herkunft und Freiheit, Antisemitismus und den Reformstau im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, über eine Hauptstadt im Dauerumbau sowie Fragen nach Körper, Kontrolle und Verantwortung.
Frau Weitzenböck, Ihr Lebenslauf ist stark international geprägt. Wie sehr hat Sie dieses Aufwachsen zwischen verschiedenen Ländern geformt?
Das hat mich zutiefst geprägt. Meine Eltern waren beide als Ingenieure international im Einsatz – mein Vater als Montageingenieur, meine Mutter ebenfalls technisch ausgebildet. Da sie für Siemens arbeiteten, waren sie ständig weltweit unterwegs, um Anlagen aufzubauen, zu reparieren oder in Betrieb zu nehmen. Ich wurde in Tokio geboren, weil sie dort arbeiteten und auch geheiratet hatten; mein Bruder und ich kamen beide in Japan zur Welt.

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