Zehn Tage lang lag Uwe L. tot in seiner Drei-Zimmer-Wohnung in der Groscurthstraße in Berlin-Buch. Dann rief sein Sohn die Polizei und erklärte, seinen 80 Jahre alten Vater getötet zu haben.
Seit Dienstag muss sich René L., ein großer, schwerer Mann, vor dem Landgericht Berlin wegen heimtückischen Mordes verantworten. In der Nacht zum 14. September des vorigen Jahres soll der 50-Jährige zwischen 1 und 2 Uhr mit einem Schlüssel, der ihm überlassen worden sei, in die Wohnung gelangt sein. Dort habe er seinen Vater in Tötungsabsicht zunächst mit einem Zimmermannshammer mehrfach wuchtig auf den Kopf geschlagen, sagt die Staatsanwältin.
Dann soll der Angeklagte den betagten Rentner mit einem Jagdmesser mehrere Stiche in Rücken, Nacken und in die Brust versetzt haben, sodass Uwe L. röchelnd neben seinem Bett zusammenbrach und starb.
Rechtsmediziner zählten an der Leiche des alten Mannes mindestens acht Schlagverletzungen am Kopf sowie mehrere Stich- und Schnittverletzungen am Oberkörper und am Nacken. Todesursache war demnach eine Stichverletzung ins Herz, wodurch der linke Lungenflügel kollabierte.
Umfassende Erklärung für Freitag angekündigt
René L., der eigentlich ein gutes Verhältnis zu seinem Vater gehabt haben soll, schweigt an diesem ersten Verhandlungstag. Sein Verteidiger kündigt jedoch für den kommenden Freitag eine umfassende Erklärung an. Der Informationselektroniker hatte am 24. September die Polizei alarmiert und war am selben Tag festgenommen worden.

