Gendermedizin

44-jährige Berliner Managerin leidet an Parkinson: „Manchmal gehe ich komplett ins Off“

Die Medizin hat einen männlich geprägten Blick auf Frauen. An Parkinson zeigt sich, wie dadurch Chancen ungenutzt bleiben. Eine Betroffene berichtet.

Die Medizin hat auch heutzutage noch eine sehr männliche Perspektive.
Die Medizin hat auch heutzutage noch eine sehr männliche Perspektive.Fotoillustration: Roshanak Amini/Berliner Zeitung am Wochenende. Fotos: Imago

Manchmal verschlägt es Beatrice Mustelier die Sprache. Sie ist redegewandt, das schon. Als Managerin in einem Software-Unternehmen mit Hauptsitz USA muss sie das sein: Sie leitet eine Abteilung in Berlin, den „Customer Service“. Die Sprache aber verschlägt es Beatrice Mustelier wegen einer Erkrankung. Sie leidet an Parkinson.

„Manchmal“, sagt die 44-Jährige, „gehe ich komplett ins Off.“ Dann, wenn die Medikamente nicht so gut wirken. „Es gibt Tage, an denen kann ich Tabletten wie Drops nehmen, und es passiert nichts.“

Lange hat sie überlegt, woran das liegen könnte: Plötzlich reicht die Dosis nicht mehr aus, mit der sie am Vortag noch gut zurechtkam. Unerwartet stellen sich die typischen Symptome ein: der Tremor, dieses Zittern. Der Rigor, die steifen Muskeln. Die Akinese, die verlangsamten Bewegungen. Und eben die Sprachlosigkeit, manchmal. Irgendwann kam Beatrice Mustelier der Verdacht, dass ihr Monatszyklus eine Rolle spielen könnte, Östrogen, das weibliche Geschlechtshormon.

Berliner Zeitung

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