Preis-Anstieg

Oster-Schock im Supermarkt: Jetzt wird selbst das Ei zur kleinen Luxusware

Die Nachfrage nach Ostereiern trifft auf einen angespannten Markt – Preise steigen dadurch weiter deutlich an.

Gefärbte Eier sind zu Ostern besonders gefragt. Allerdings ist ihr Preis gestiegen.
Gefärbte Eier sind zu Ostern besonders gefragt. Allerdings ist ihr Preis gestiegen.Paul Zinken/Berliner Zeitung

Eigentlich ist der Griff ins Regal kurz: Eine Schachtel mit meistens zehn Eiern und weiter geht es quer durch die Regallandschaft im Supermarkt. Doch kurz vor Ostern bekommt dieser Handgriff plötzlich Gewicht. Manche Packungen sind schneller weg, günstige Sorten zuerst. Wer spät kommt, nimmt, was noch da ist. Das Osterei, sonst Symbol für Frühling, Familie und einen gedeckten Frühstückstisch, ist auf einmal eine Ware, die knapper und teurer geworden ist. Und die Kunden fangen an zu zögern.

Ostern war einmal das Fest der kleinen Freuden: bunte Eier auf dem Tisch, der Duft von Kuchen, Kinderhände auf der Suche im Garten. Heute beginnt die Ernüchterung schon im Supermarkt. Vor dem Regal steht nicht mehr nur die Vorfreude, sondern der Preis. Eier kosten mehr, oft deutlich mehr als sonst. Das Osterei, jahrzehntelang Symbol für Wärme, Familie und Tradition, wird für viele zum stillen Ärgernis.

Pro-Kopf-Verbrauch steigt

Der Grund ist zunächst ganz simpel: Vor Ostern steigt die Nachfrage naturgemäß spürbar. Menschen kaufen mehr Eier zum Backen, Kochen, Färben und Verschenken. Nach Angaben des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft stieg der Pro-Kopf-Verbrauch 2025 auf 252 Eier, der gesamte Verbrauch auf rund 21 Milliarden Stück. Gleichzeitig wächst die heimische Produktion nur langsam mit. 2025 wurden in Deutschland rund 15,3 Milliarden Eier erzeugt; der Inlandsbedarf wurde damit nur zu 72 Prozent aus deutscher Produktion gedeckt.

Hinzu kommt: Mehr Nachfrage trifft auf einen Markt, der ohnehin unter Druck steht. Der Bestand an Legehennen sank 2025 leicht, auch wenn die Legeleistung pro Henne stieg. Dazu kommen Belastungen durch Geflügelkrankheiten und ein angespanntes Marktumfeld. Das Ergebnis ist kein dramatischer Zusammenbruch, aber ein System, das rund um Ostern schneller an seine Grenzen gerät. Genau dann steigen die Preise besonders spürbar.

Preistrend zeigt nach oben

Nach Informationen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Erzeugerpreise für Eier im Jahresdurchschnitt 2025 um 6,8 Prozent gegenüber 2024. Tendenz steigend. Und schon 2024 lagen die Verbraucherpreise für Eier 38,5 Prozent höher als noch 2020. Ostern ist also nicht die alleinige Ursache. Das Fest wirkt eher wie ein Brennglas: Es macht sichtbar, was sich über Monate aufgebaut hat.

Besonders bitter in dem Zusammenhang: Es trifft ausgerechnet ein Produkt, das für Familie, Tradition und Kindheit steht. Das Osterei war einmal ein Symbol für Freude. Heute ist es für viele vor allem ein Symbol dafür, dass selbst einfache Dinge nicht mehr bezahlbar wirken.

Für Haushalte mit wenig Geld ist das kein kleines Ärgernis, sondern der nächste Schlag im Alltag. Alles wird teurer – und jetzt drückt sogar das Ei aufs Portemonnaie. Die Folge: weniger Leichtigkeit, mehr Frust. Die Freude aufs Osterei? Deutlich angeknackst. Zumal auch der Schoko-Hase an vermeintlichem Wert zugelegt hat.