Die gute Nachricht zuerst: Berliner Arbeitnehmer haben sich 2025 seltener krankschreiben lassen als im Jahr zuvor. Zumindest diejenigen, die bei der AOK Nordost versichert sind. Demnach ging die Zahl der Fehltage aufgrund von Arbeitsunfähigkeit im Durchschnitt leicht von 21 auf 20,6 zurück, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) anhand von Daten der AOK-Mitglieder herausfand.
Mehr als 33 Prozent der Fehltage entfielen auf Langzeiterkrankte. Die häufigsten Ursachen für lange Ausfälle am Arbeitsplatz sind Muskel-Skelett-Erkrankungen und psychische Probleme.
25 Krankheitstage pro Fall wegen psychischer Probleme
Die schlechte Nachricht: Ebendiese psychischen Erkrankungen sind gegenüber dem Erfassungszeitraum vor zehn Jahren gestiegen. Sie liegen insgesamt zwar nur auf Platz vier der häufigsten Fälle von Arbeitsunfähigkeit, verursachen jedoch im Schnitt rund 25 Krankheitstage pro Fall – so viele wie keine andere Diagnose.
„Bei einer psychischen Erkrankung haben Arbeitnehmer im Schnitt die längsten Ausfallzeiten. Arbeitsverdichtung, fehlende Ressourcen, aber auch private Belastungen sind häufige Ursachen“, sagt Anke Jurchen von der AOK Nordost. „Arbeitgeber können hier proaktiv vorbeugen. Das betriebliche Gesundheitsmanagement bietet dafür gute Ansätze.“
Psychische Erkrankungen dauern lange an
Die Bedeutung psychischer Erkrankungen nimmt seit einiger Zeit stetig zu. „Psychische Erkrankungen machten in Berlin im Jahr 2025 rund 7 Prozent aller ärztlichen AU-Diagnosen von Berliner AOK-Versicherten aus“, teilt die Krankenkasse dazu mit. „Krankschreibungen wegen psychischer Erkrankungen sind aufgrund der langen durchschnittlichen Falldauer für 18 Prozent aller AU-Tage von Berliner Versicherten verantwortlich.“

