Landeshaushalt

Kostenfalle Spreepark: Warnung vor Risiken der „teuren Annehmlichkeit“

Die Neugestaltung des Vergnügungsparks wird teurer – zulasten des Berliner Landeshaushalts. Vor allem das schwebende Riesenrad kostet Millionen.

Schön, aber teuer: Ein kleiner See, über dem das historische Riesenrad seine Kreise dreht. So soll in Zukunft das Herz des Berliner Spreeparks aussehen.
Schön, aber teuer: Ein kleiner See, über dem das historische Riesenrad seine Kreise dreht. So soll in Zukunft das Herz des Berliner Spreeparks aussehen.Grün Berlin c/o die grille

Teure Annehmlichkeiten – unter dieser Rubrik warnt der Bund der Steuerzahler vor Risiken bei der Neugestaltung des Spreeparks. Nicht nur wird laut dem jetzt vorgestellten Schwarzbuch die Sanierung und Aufwertung des Vergnügungsparks in Treptow immer teurer, vor allem erkennt der Bund der Steuerzahler Gefahren, die von einer schwer kontrollierbaren Mischfinanzierung durch den Senat ausgehen. 2022 waren die Gesamtkosten noch auf 71,9 Millionen Euro geschätzt worden, davon 37,1 Millionen Euro aus Mitteln des Landes Berlin. Im Entwurf für den kommenden Doppelhaushalt seien allerdings schon gut 52, 3 Millionen Euro aus Landesmitteln vorgesehen.

Nach der für 2026 vorgesehenen Fertigstellung des Parks rechnet der Senat je nach Höhe des Eintritts demnach mit einem jährlichen Defizit „von mindestens 3,5 Millionen Euro, das aus dem Landeshaushalt bezahlt werden muss“.

Da der Bund seine Fördermittel auf einen Höchstbetrag begrenzt habe, sieht der Bund der Steuerzahler die Gefahr, dass „wegen der Mischfinanzierung zusätzliche Kosten voll zulasten des Berliner Landeshaushalts gehen“. Das Gleiche gelte für Verluste, die zusätzlich entstehen könnten, wenn die Bevölkerung den Spreepark nicht annehme – zum Beispiel wegen der ungünstigen Verkehrsanbindung.

Das Eierhäuschen, ein im 19. Jahrhundert errichtetes Berliner Ausflugslokal am Rande des Plänterwalds direkt am Ufer der Spree, während der Sanierung. 
Das Eierhäuschen, ein im 19. Jahrhundert errichtetes Berliner Ausflugslokal am Rande des Plänterwalds direkt am Ufer der Spree, während der Sanierung. Bartillax/Imago

Mit 6,3 Millionen Euro schlägt vor allem das über einem Wasserbecken schwebende neue Riesenrad erheblich zu Buche. Auch die Kosten für die Sanierung des historischen Eierhäuschens als Ausflugslokal sind bereits gestiegen – von 13, 2 Millionen Euro auf derzeit 16,3 Millionen Euro.

Der Spreepark soll nach Fertigstellung als Gesamtkunstwerk erlebbar sein, identitätsstiftend wirken und zu einem neuen Standort für das „Berlin-Gefühl“ werden.