Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Martin Hikel (SPD), hat seinen Parteigenossen Naivität vorgeworfen. Im Gespräch mit dem arabisch-israelischen Autoren Ahmad Mansour und dem Journalisten Oliver Mayer-Rüth sagte Hikel, er sei für die klare Abgrenzung von Moscheen, die mit islamistischen Organisationen zusammenarbeiten, kritisiert worden. Das wiederum resultiere jedoch „eher aus einer Naivität“ heraus.
Dass die Moscheevertreter Repräsentanten der Muslime seien, sei ein „Fehlschluss“, sagt Hikel. Mit Blick auf die Partei sagte der Bezirksbürgermeister, der in der kommenden Wahlperiode nicht erneut für das Amt antreten wird, dass man da aber „den Argumentationen von Islamisten auf den Leim gegangen“ sei.
Ahmad Mansour – eine „Reizfigur“?
Hikel war im November bei einer Wahlversammlung der dortigen SPD mit 68,5 Prozent zwar erneut für den Posten nominiert worden. Er kündigte jedoch daraufhin an, dass er bei der Wahl 2026 nicht mehr für das Amt kandidieren werde. Das Ergebnis gebe ihm zu wenig Unterstützung für den Wahlkampf, argumentierte er.
Hikel führte in dem Podcast, der seit Sonntag auf den gängigen Streamingplattformen zu hören ist, weiter aus: „Das, was ich höre, ist: ‚Wenn ich mit den Vereinen nicht zusammenarbeite, hätte ich was gegen Muslime.‘ Das sagen mir aber nicht die Muslime auf der Straße. Das sagen mir die Aktivisten aus den Vereinen.“ Hikel meint zu wissen, woher die Kritik kommt: „aus einer tendenziell demokratiefeindlichen Richtung“, sagt er.
Mansour pflichtet Hikel bei und nennt das Beispiel der Enquete-Kommission, die mit der „Erarbeitung von Empfehlungen, wie der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt und Antisemitismus, Rassismus, Muslimfeindlichkeit und jeder Form der Diskriminierung begegnet werden kann“, beauftragt wurde. Mansour wirft der SPD vor, inzwischen jedwede Zusammenarbeit mit ihm abzulehnen, da er eine „Reizfigur“ sei.

