Gesundheitskrise

Investitionsstau in Millionenhöhe: Berliner Kliniken vor dem Kollaps

Gesperrte Betten und Finanzierungslücken bringen die Rettungsstellen ans Limit. Wie die Politik jetzt handeln muss, um die Versorgung zu sichern.

Die Berliner Krankenhäuser blicken auf ein angespanntes Frühjahr.
Die Berliner Krankenhäuser blicken auf ein angespanntes Frühjahr.Kay Nietfeld

Rettungswagen stauen sich in der Auffahrt, drinnen fehlen freie Sitzplätze im Wartebereich: Das Bild vor der Notaufnahme des Vivantes Klinikums Neukölln ist an vielen Tagen Berliner Alltag. Die Krankenhäuser blicken einem angespannten Frühjahr entgegen. Während die Bundespolitik die Klinikreform diskutiert, spüren Patienten die direkten Folgen der chronischen Unterfinanzierung.

Für die Rettungsstellen bedeutet dies einen Betrieb am Limit. Das Beispiel Neukölln steht dabei stellvertretend für zahlreiche städtische Standorte. Oft vergehen Stunden, bis Patienten mit weniger akuten Beschwerden ärztlich untersucht werden können. Wenn Betten auf den regulären Stationen wegen Personalmangels gesperrt bleiben müssen, stauen sich die Hilfesuchenden zwangsläufig in der Erstanlaufstelle.

Die zuständigen Senatsverwaltungen stehen vor der Aufgabe, die medizinische Versorgung an die wachsende Metropole anzupassen. Die Krankenhausgesellschaft verweist dabei auf einen stadtweiten Investitionsstau in dreistelliger Millionenhöhe für bauliche Instandsetzungen und Digitalisierung. Solange die Finanzierung dieser Maßnahmen im Landeshaushalt nicht geklärt ist, bleibt der Spielraum der Klinikleitungen eng begrenzt.