Kolumne

Graffiti in Berlin: Sind Hammer-und-Sichel-Symbole ebenso verboten wie Hakenkreuze?

Politische Graffitis gibt es oft an den Wänden. Aber auch wenn sie für extreme Ideologien stehen, sind sie nicht immer verboten – es ist komplizierter als gedacht.

Hammer und Sichel an eine Wand gesprüht in Berlin-Karlshorst.
Hammer und Sichel an eine Wand gesprüht in Berlin-Karlshorst.imagebroker/imago

Hammer-und-Sichel-Symbole sind als Graffiti in Berlin viel öfter an Hauswänden zu finden als Hakenkreuze, zumindest innerhalb des S-Bahn-Rings. Beide Symbole sind Ausdruck radikaler Einstellungen. Natürlich werden sich viele verbitten, sie miteinander zu vergleichen, aber beide stehen nun mal für Politik, die auch zu epochalen Massenmorden führte.

So weit die Theorie. In der Praxis ist es immer wieder erstaunlich, wohin bestimmte Symbole gesprüht werden. Bei uns im Friedrichshainer Kiez gibt es eine Kreuzung mit Edeka, Bio Company, Dönerbude und dm. Ausgerechnet am Biomarkt prangt ein Hammer-und-Sichel-Symbol an der Wand, dazu: „Viva Lenin“. Für die einen ein Held und Revolutionsführer, für die anderen ein Ideologe, der den Weg ebnete zu Millionen Toten.

Berliner Zeitung

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