Terror in Berlin

Ein Anschlag auf das Stromnetz als „gemeinwohlorientierte Aktion“? Wohl kaum!

In ihrem Bekennerschreiben beruft sich die Vulkangruppe auf das Gemeinwohl. Aber wie soll ein Anschlag auf die Stromversorgung dem Wohl aller dienen? Ein Kommentar.

Sokrates, Platon, Aristoteles: griechische Philosophen als Souvenirs
Sokrates, Platon, Aristoteles: griechische Philosophen als SouvenirsDeposit photos/imago

Schon die alten Griechen haben darüber nachgedacht, was Gemeinwohl bedeutet. Für Sokrates war klar: Wer das Gemeinwohl fördern will, muss zuerst wissen, was wirklich gut ist – und das erfordert ständiges Fragen und Prüfen, nicht blinden Aktionismus. Sein Schüler Platon und dessen Schüler Aristoteles gingen noch weiter: Aristoteles meinte, eine gute Gesellschaft sei so eingerichtet, dass alle ihre Mitglieder gut leben können. Nicht nur materiell, sondern auch so, dass sie sich entfalten und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

Viel später, erst im 18. Jahrhundert, prägte der französische Denker Jean-Jacques Rousseau den Begriff „Gemeinwille“. Er unterschied zwischen dem, was alle Einzelnen gerade wollen (oft egoistische Interessen), und dem, was wirklich gut für alle wäre.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar