Anschlag in Berlin

Gefährliche Transparenz: Netzbetreiber müssen Angaben zum Stromnetz machen – Terroristen freuen sich

Eigentlich wollen die Versorger die Standorte ihrer Masten, Trafohäuser und Strombrücken nicht mehr veröffentlichen. Aber sie sind dazu gezwungen.

An diesem Strommast in Johannisthal wurden im September mehrere Hochspannungskabel, die in die Erde gehen, angezündet. Es kam zum Kurzschluss.
An diesem Strommast in Johannisthal wurden im September mehrere Hochspannungskabel, die in die Erde gehen, angezündet. Es kam zum Kurzschluss.Jens Kalaene/dpa

Wer sucht, der findet – und zwar jedes Trafohäuschen. Auf verschiedenen Internetseiten ist auch jede einzelne Stromtrasse verzeichnet, jeder Hochspannungsmast und jede Brücke, an der Stromleitungen entlangführen. Man kann sich im Web über Kabel informieren, die ins Regierungsviertel führen, oder eben auch vom Heizkraftwerk Lichterfelde über eine Teltowkanal-Brücke nach Steglitz-Zehlendorf. Dort wurden am Sonnabend Brandsätze gezündet, die die Stromversorgung für 45.000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe im Südwesten der Stadt kappten.

Auf einer Webseite aus Hannover zum Beispiel finden sich sämtliche Standorte und Daten: vom Gleichtrichterwerk 804 an der Peter-Hille-Straße in Friedrichshagen bis zum Umspannwerk in der Wilhelminenhofstraße in Oberschöneweide.

Berliner Zeitung

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