Tatenloser Staat

Fuggerstraße: Der Bezirk sah weg, eine eiskalte Geschäftsfrau kassierte Millionen

Das Sozialhotel in Berlin-Schöneberg ist ein Skandal für die ganze Stadt. Unsere Autorin fragt sich, warum der Bezirk die Betreiberin so lange gewähren ließ. Ein Kommentar.

Selbst nach der Räumung des Sozialhotels in der Fuggerstraße reißen die Diskussionen über Berlins Behördenversagen nicht ab.
Selbst nach der Räumung des Sozialhotels in der Fuggerstraße reißen die Diskussionen über Berlins Behördenversagen nicht ab.Jörg Carstensen

Der Konflikt rund um das Sozialhotel in der Fuggerstraße in Schöneberg spitzte sich zuletzt dramatisch zu. Von „unhaltbaren Zuständen“ war die Rede. Doch die sind nicht über Nacht entstanden – sie sind das Ergebnis jahrelangen Wegsehens.

Seit Mitte der 2010er-Jahre wurde das frühere BB-Hotel zunächst als Unterkunft für Geflüchtete genutzt, später diente es als Obdachlosenunterkunft. Inzwischen ist das Haus geräumt – doch die Debatte über Berlins Behördenversagen ist damit keineswegs zu Ende.

Schon früh gab es Hinweise auf Gewaltvorfälle im Umfeld des Gebäudes; zudem klagten Anwohner über Lärm und Müll. Die Frage liegt auf der Hand: Warum hat der Bezirk diese Zustände so lange geduldet?

Monate-, wenn nicht gar jahrelang fühlten sich die Anwohner der Unterkunft belästigt und bedroht. Sie berichten, sich durch aggressiv auftretende Bewohner zunehmend unsicher gefühlt zu haben.

Berliner Zeitung

Mit einem Abo weiterlesen

  • Zugriff auf alle B+ Inhalte
  • Statt 9,99 € für 2,00 € je Monat lesen
  • Jederzeit kündbar