Der Tag danach. Polizeiwagen stehen quer zur Fahrbahn, versperren die Zufahrt zu dem Mehrfamilienhaus an der Mommsenstraße Ecke Waitzstraße. Vor dem eingerüsteten Gebäude steht ein Leiterwagen der Feuerwehr. Die Leiter ist ausgefahren. Im Korb: Einsatzkräfte der Feuerwehr. Sie suchen in luftiger Höhe nach Glutnestern in dem vom Feuer zerstörten Dachstuhl. Auch eine Drohne ist im Einsatz. „So können wir uns auch einen Überblick in schwer einsehbaren Teilen des Dachstuhls verschaffen“, erklärt ein Feuerwehrmann.
Auf der abgesperrten Straße vor dem Gebäude bleiben immer wieder Passanten stehen. Einige schauen nur stumm in Richtung des Dachstuhls. Andere zücken ihr Handy, halten das Geschehen fest. Unweit des Leiterwagens redet derweil ein Mann aufgeregt auf einen Polizisten ein.
Bewohner kritisiert Arbeitsbedingungen
Und was der Mann dem Beamten zu erzählen hat, sorgt für große Aufmerksamkeit bei dem Brandexperten der Polizei. Er holt einen Schreibblock und notiert dann fast jedes Wort des mutmaßlichen Bewohners des mehrstöckigen Unglückshauses. Der berichtet von fehlenden Sicherheitsvorkehrungen auf der Baustelle, von Balken, die nur notdürftig gesichert mit einem Seil nach oben zum Dachstuhl gezogen wurden, von großflächigen Abrissarbeiten, von Mauern ohne Staubschutz. „Ich habe darüber auch das Ordnungsamt informiert“, gibt er zu Protokoll.
Zu den möglichen Ursachen des Dachstuhlbrandes gibt es bislang keine konkreten Informationen. Die Polizei sagt nur: Die Ermittlungen dauern an.

