Schwer verletzt

Bluttat in Weißensee: Frau erleidet in Wohnung mehrere Messerstiche

Polizei nimmt betrunkenen Partner fest. Polizeigewerkschafterin: „Häusliche Gewalt wird vielfach kleingeredet.“

Wieder gab es in Berlin einen schweren Fall von häuslicher Gewalt (Symbolfoto).
Wieder gab es in Berlin einen schweren Fall von häuslicher Gewalt (Symbolfoto).Fabian Sommer/dpa

In einer Wohnung in Weißensee hat ein Mann mehrmals auf eine Frau eingestochen. Nachbarn riefen am Montagnachmittag die Polizei zu einem Mehrfamilienhaus in der Friesickestraße. In der Wohnung soll der 50-Jährige die 45-jährige Frau mit einem Messer attackiert und schwer verletzt haben. Sie erlitt mehrere Stichverletzungen.

Rettungskräfte der Feuerwehr brachten die Frau in ein Krankenhaus, wo sie stationär aufgenommen wurde. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, soll keine Lebensgefahr bestehen.

Polizisten nahmen den Mann fest. Eine Atemalkoholmessung bei ihm ergab einen Wert von rund 1,4 Promille. Er wurde zur Blutentnahme in eine Polizeidienststelle gebracht. Bis Dienstagabend sollte er einem Bereitschaftsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Noch ist unklar, was der Hintergrund des Streits ist. Der Mann und die Frau sollen in der Wohnung als Paar zusammengelebt haben. Unklar ist laut Polizei allerdings, ob es sich bei dem Opfer und dem Tatverdächtigen um Eheleute handelt.

„Eine Vielzahl an Messerstraftaten passiert, anders als in der öffentlichen Wahrnehmung, nicht im öffentlichen Straßenland, sondern in den eigenen vier Wänden im Rahmen partnerschaftlicher Gewalt“, erklärte Maika Kaindl-Wohlrab, Landesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei zu der Tat. „Wir müssen viel mehr über die Problematik sprechen. Denn häusliche Gewalt ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft, wird aber vielfach noch immer kleingeredet und verharmlost.“

Obwohl die Polizei täglich mit Frauen zu tun habe, die geschlagen, getreten, mit Waffen attackiert und auch seelisch massiv erniedrigt würden, fehle es weiter an Strukturen, sodass man den Betroffenen oft erst dann richtig helfen könne, wenn es längst zu spät sei.