Verkehr

100 Jahre Berliner S-Bahn: Wie sähe das Leben aus, wenn es sie nicht gäbe?

Sie hat eine rasante Berg- und Talfahrt erlebt, ihre Geschichte ist so spannend wie die von Berlin. Die S-Bahn wird geliebt und gehasst. Doch sie ist unverzichtbar.

Damals auf dem Ring: Vor der Kulisse des Gasometers fährt eine S-Bahn 1977 in Schöneberg ein. Damals wurde sie auch im Westen von Berlin von der Deutschen Reichsbahn der DDR betrieben.
Damals auf dem Ring: Vor der Kulisse des Gasometers fährt eine S-Bahn 1977 in Schöneberg ein. Damals wurde sie auch im Westen von Berlin von der Deutschen Reichsbahn der DDR betrieben.Hermann Kuom/Sammlung Sven Heinemann

Sie hat es schwer, die Jubilarin. Wie kann man jemanden feiern, der zum alltäglichen Einerlei gehört? Jemanden, der einen zur Arbeit bringt und wieder zurück? Ein Geburtstagskind, das eigentlich immer da ist, aber manchmal leider auch nicht, weil es wieder mal eine Störung gibt oder an der Strecke gebaut wird. Das einen manchmal mit merkwürdigen, auch nervigen Mitmenschen konfrontiert. Hundert Jahre Berliner S-Bahn: Das ist ein schönes, aber auch schwieriges Jubiläum. Zumal in dieser Stadt.

Die S-Bahn wird hundert: Was gibt es da zu feiern? Das fragen sich Fahrgäste, die auf sie angewiesen sind. Wer zu spät zur Arbeit kommt, weil ein Zug ausgefallen ist, will nicht feiern. Trotz großer Anstrengungen liegt die Pünktlichkeit unter dem Sollwert. Die Zahl der Störungen an Fahrzeugen und Infrastruktur ist ebenfalls hoch. Baustellen und eingleisige Abschnitte bremsen die S-Bahn aus. Und wenn es mal gut läuft, läuft jemand über ein Gleis oder es gibt einen Brandanschlag – schon ist der nächste Ernstfall da.

Berliner Zeitung

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