Ist das ein bizarrer Regie-Einfall? Die Zuschauer, die das Finale in Tschechows Drama „Die Möwe“ im Münchner Residenztheater erleben, sind irritiert. Denn eigentlich sollte sich ja Treplev erschießen – doch nun liegt Nina regungslos auf dem Boden, bis der Vorhang fällt. Vorangegangen war ein mittleres Drama hinter der Bühne. Denn Nina-Darstellerin Nora Nielsen (Guilia Goldammer) hatte sich in der Toilette versteckt, wollte partout nicht mehr auf die Bühne. Kollegin Stella (Luzia Oppermann) hatte sich schon das Nina-Kostüm übergestreift. Doch dank des Drucks der Intendantin Freya von Kaltenberg (Anna Stieblich) und mit ein paar Pillen Tilidin war Nora nochmal auf die Bühne gewankt – zu ihrem allerletzten Auftritt.

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