Sommer

Fluch und Segen des Freilufttheaters: „Hamlet“ im Globe Berlin

Die Sommer-Shakespeare-Truppen haben jetzt „Hamlet“ im Angebot. Nichts ist einzuwenden gegen das Geschäftsmodell mit zufriedener Kundschaft. Nur der Kritiker nölt rum.

Hinten Helena Krey als Ophelia, vorn Benjamin Krüger als Hamlet – dazwischen, unsichtbar: Polonius und Claudius (Peter Beck und Uwe Neumann, v.l.)
Hinten Helena Krey als Ophelia, vorn Benjamin Krüger als Hamlet – dazwischen, unsichtbar: Polonius und Claudius (Peter Beck und Uwe Neumann, v.l.)Imago

Es gibt das Spiel von Sein und Schein, in dem wir gefangen sind, und es gibt das knatternde Sommertheater, in dem wir uns davon erholen können. Man kontempliert vor sich hin, während sich der aufgeheizte Hirnschwamm langsam mit dem Kaltgetränk vollsaugt. Bis die Abendkühle aufsteigt, hängt man sein Dasein wie einen Mantel an der Mondsichel auf und wirft sich gedanklich zwischen die Flügel der kurvenden Tauben oder der tanzenden Mücken. Der beißende Geruch von Insektenmittel reißt den Weltflüchtling verlässlich zurück und gehört unbedingt zum Erlebnis. Blut, Mord, Schuld und Juckreiz – wir entkommen den irdisch-menschlich-kreatürlichen Zusammenhängen nicht.

Berliner Zeitung

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