Theater

Das schmale Echo eines Defa-Klassikers: „Die Legende von Paul und Paula“ am Gorki-Theater

Im Gorki-Studio versucht Murat Dikenci „Die Legende von Paul und Paula“ ins heutige Berlin zu versetzen und scheitert schon an der Geografie.

Ruby Commey und Samuel Schneider in „Die Legende von Paul und Paula“
Ruby Commey und Samuel Schneider in „Die Legende von Paul und Paula“Etritanë Emini

Eine Frage an alle, die den DDR-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ von 1973 lieben: Ist Paula eigentlich Feministin? Tatsächlich ist sie ein echter Wildfang von Frau, die als alleinerziehende Mutter hart arbeitet, die Kohlen schleppt, in der Kaufhalle an der Kasse sitzt und auch noch die Flaschenausgabe für die durstigen Arbeiterhorden im Griff hat. Aber dann ist sie eben auch eine lebensfrohe Hedonistin, die nicht im Alltag zugrunde gehen, sondern ihn nach eigener Lust formen will. Im Defa-Film von Heiner Carow sieht man sie kokett mit den Männern flirten, an der Kasse Lieder trällern und überhaupt die Dinge nehmen, wie sie will. Und dann trifft sie eben Paul beim Tanzen, ist hin und weg, und fortan dreht sich ihr Leben nur noch um diesen Mann, eine einsame, große Liebe.

Berliner Zeitung

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