Kritik der Uraufführung

An allem ist die Mutter schuld: Matthias Pintschers „Das kalte Herz“ in der Staatsoper

Wilhelm Hauffs Kunstmärchen „Das kalte Herz“ enthält aktuelle Kapitalismuskritik. Verstaubt findet das der Komponist Matthias Pintscher. Die Kritik der Uraufführung

Samuel Hasselhorn als Peter mit Blutfleck auf der Brust in „Das kalte Herz“ in der Staatsoper
Samuel Hasselhorn als Peter mit Blutfleck auf der Brust in „Das kalte Herz“ in der StaatsoperBernd Uhlig

Die neue Oper von Matthias Pintscher, uraufgeführt am Sonntag in der Staatsoper Unter den Linden, macht uns mit einem jungen, unglücklichen Mann bekannt, der in einer von Frauen dominierten Gesellschaft unklarer Rituale aufwächst. Von seinem Unglück und von seinen Albträumen soll ihn eine Totaloperation am Herzen heilen: Es wird gegen einen Stein ausgetauscht.

Mit dabei sind die altägyptische Gottheit Anubis und die jüdische Figur Azaël, die teils gefallener Engel, teils Sündenbock ist. Das Ganze ist herzlich uninteressant und in den pausenlosen 110 Minuten immer wieder auch sehr langatmig. Irritierend ist, dass dieses Geschehen unter dem Namen „Das kalte Herz“ läuft und damit ganz andere Erwartungen weckt.

Berliner Zeitung

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