Musiktheater

Rauschverbot an der Deutschen Oper: David Hermann inszeniert Korngolds „Violanta“

Mit reduzierten Bildern und musikalischer Präzision rückt die Deutsche Oper Erich Wolfgang Korngolds frühe Oper ins Licht. Etwas geht dabei verloren. Die Kritik.

„Violanta“ von Erich Wolfgang Korngold in der Deutschen Oper. Auf dem Bild: Ólafur Sigurdarson (oben, Simone Trovai), Laura Wilde (Violanta) und Mihails Culpajevs (Alfonso).
„Violanta“ von Erich Wolfgang Korngold in der Deutschen Oper. Auf dem Bild: Ólafur Sigurdarson (oben, Simone Trovai), Laura Wilde (Violanta) und Mihails Culpajevs (Alfonso).Marcus Lieberenz

Das Engagement der Deutschen Oper Berlin für das Musiktheater nach Wagner ist eine wunderbare Sache. Die Richard-Strauss-Trilogie, die Tobias Katzer inszeniert hat, Franz Schrekers „Schatzgräber“, Alexander Zemlinskys „Zwerg“, Erich Wolfgang Korngolds „Wunder der Heliane“ und nun am Sonntag seine mit 18 Jahren komponierte „Violanta“ erregen großes Interesse.

Musik, die vom sogenannten Fortschritt – in Wirklichkeit nur einer eindimensionalen Lesart des Fortschrittlichen – links liegengelassen wurde, überholt diesen nun rechts mit ihrer kulinarischen Üppigkeit, ihrer Fantastik und natürlich auch mit den in ihnen gespeicherten Erinnerungen an das geistig wilde, zugleich einigermaßen unschuldige 20. Jahrhundert vor Hitler.

Berliner Zeitung

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